Sonntag, 05. Juli 2020

WHO verzeichnet Rekord an täglichen Corona-Neuinfektionen

Weltweit gesehen steigt die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen seit Beginn der Corona-Pandemie immer weiter an. So meldete die Weltgesundheitsorganisation WHO am Wochenende einen Rekord an täglichen Neuinfektionen.

Die WHO spricht von einem 2. Höhepunkt der 1. Welle.
Die WHO spricht von einem 2. Höhepunkt der 1. Welle. - Foto: © shutterstock
Binnen 24 Stunden seien 212.326 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus Sara-CoV-2 gemeldet worden (Stand Samstag 10 Uhr), hieß es in einem WHO-Bericht. Die Zahl der täglich gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus ist hingegen seit Anfang Mai vergleichsweise stabil.

Die meisten Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden wurden dabei in Nord- und Südamerika (129.772) gemeldet. Davon entfielen allein mehr als 53.000 Fälle auf die USA und mehr als 48.000 auf Brasilien. Grund für steigende Infektionszahlen können sowohl ein tatsächliches Plus an Ansteckungen als auch umfangreichere Tests sein.

Insgesamt geht die WHO bisher von mehr als 11 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus weltweit sowie von mehr als 523.00 Todesfällen aus. In absoluten Zahlen verzeichneten demnach die USA (mehr als 2,7 Millionen), Brasilien (mehr als 1,5 Millionen) und Russland (mehr als 674.000) zuletzt die meisten Infektionen insgesamt. Unter den europäischen Ländern hat Großbritannien mit mehr als 284.000 Fällen derzeit die meisten Infektionen.

Die WHO-Zahlen weichen wegen unterschiedlicher Zählweisen und zeitlicher Verzögerungen immer etwas von den Zahlen der Johns Hopkins Universität in den USA ab. Die WHO hat mehrfach eindringlich darauf hingewiesen, dass die Pandemie nichts von ihrer Dynamik eingebüßt habe.

Steigende Zahlen kein Anzeichen für 2. Welle

Immer wieder melden Länder neue Höchstwerte bei den Neuinfektionen, so beispielsweise am Wochenende Indien und das Westjordanland.
Die jüngst wieder steigenden Zahlen an nachgewiesenen Corona-Infektionen in einigen Ländern sind nach Ansicht der WHO kein Anzeichen einer 2. Welle.

Vielmehr handele es sich um einen 2. Höhepunkt der 1. Welle, sagte der WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan am Freitagabend in einem Briefing bei der Genfer Auslandspresse (ACANU). In den betroffenen Ländern sei das Virus nicht genug unterdrückt worden. Umso mehr müssten Maßnahmen wie Handhygiene, Abstand halten und Isolation von Infizierten und ihren Kontakten konsequent weiter angewendet werden.

Das Potenzial einer 2. Welle sei aber dennoch da, sagte Ryan, etwa im Winter, wenn wieder mehr Menschen eng in Räumen zusammen seien und das Virus sich dadurch leichter von Mensch zu Mensch verbreiten könne als jetzt. Womöglich reagiere das Virus auch auf Temperaturen.

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dpa/stol

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