Das Forstinspektorat Meran hat mit der Forststation St. Leonhard, Waldarbeitern und dem Straßendienst für mehr Sicherheit gesorgt.<BR /><BR />Nach einem Borkenkäferbefall stirbt ein Baum meist nach kurzer Zeit ab und wird dürr. Aufgrund der fehlenden Erschließung eines Waldstücks, aber oft auch aufgrund des mangelnden Interesses der Waldbesitzer werden die abgestorbenen Bäume nicht entfernt. An bestimmten Stellen bedeutet dies ein großes Sicherheitsrisiko. Die Waldeigentümer sind sich oftmals nicht bewusst, dass sie für Schäden haften.<h3> Riesige Flächen betroffen</h3>„Tote Bäume können jahrelang im Wald stehen, aber mit der Zeit steigt das Risiko, dass sie aufgrund irgendeines Auslösers zu Tal schießen“, erklärt Amtsdirektor Peter Klotz vom Forstinspektorat Meran. „Bei Objektschutzwäldern, also Wäldern, die Straßen, öffentliche Wege, Hofzufahrten, Siedlungen oder viel begangene Wanderwege schützen, ist dies ein großes Problem.“ <BR /><BR />So gebe es beispielsweise oberhalb des Meraner Höhenwegs am Beginn des Passeiertals eine riesige Borkenkäfer-Befallsfläche. Dort müsse in Zukunft unbedingt etwas getan werden, meint Klotz.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="974365_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Im Passeiertal hat die Forstbehörde nun die Initiative ergriffen und eine Lösung entwickelt, um das Sicherheitsrisiko, das von abgestorbenen Bäume ausgeht, zu minimieren, nachdem in den vergangenen Monaten 3 abgestorbene Bäume zu Tal geschossen und auf den beiden Passstraßen gelandet sind. „Glücklicherweise ist nichts passiert. In einem Fall ist kurze Zeit später ein Schulbus an diese Stelle gekommen“, berichtet Peter Klotz.<BR /><BR />Vor einer Woche haben das Forstinspektorat Meran und die Forststation St. Leonhard mit Stationsleiter Florian Lanthaler im Auftrag von 8 Waldeigentümern mit lokalen Waldarbeitern Aufräumarbeiten auf 8 Flächen mit dürren Bäumen koordiniert. <BR /><BR /><embed id="dtext86-62580063_quote" /><BR /><BR />Es wurden rund 500 Kubikmeter Bäume mit Seilbahnen abtransportiert oder „quer gefällt“, das heißt sie liegen in kaum zugänglichem, extrem steilen Gelände quer zum Abhang, damit sie nicht zu Tal stürzen können. Gleichzeitig üben sie – bis sie vermodert sind – eine Schutzfunktion vor Steinschlag aus. <BR /><BR />Mit ins Boot geholt wurde auch der Landesstraßendienst, der die Straßen während der Fällungen sperrte und beim Abtransport der Holzstämme half. „Die Bäume wurden sofort entastet, entrindet und aufgestapelt“, beschreibt Peter Klotz. „Die Kosten lagen bei nur 10.000 Euro.“<h3>10 von 200 Hektar gesichert</h3>Vorbereitet wurde der Einsatz mit Drohnen, für die strategische Planung, aber auch um die Mengen an Schadholz zu erfassen und die Beiträge an die Waldeigentümer zu bemessen. Die Waldbesitzer werden mit Flächenprämien zur Schutzwaldpflege unterstützt bzw. erhalten einen bestimmten Betrag pro Kubikmeter Schadholzbringung. <BR /><BR />So wichtig die Arbeiten waren, sie waren nur ein Tropfen auf den heißen Stein. „Die Eingriffsfläche erstreckte sich auf 10 Hektar“, schildert der Forstinspektor. „Die Risikoflächen im Passeiertal belaufen sich auf 200 Hektar. Es sind mehrere Kilometer Staatsstraßen gefährdet. Deshalb braucht es weiterhin Strategien, um das Risiko möglichst zu minimieren.“<h3> Keine Aufforstung geplant</h3>Aufgeforstet wird in der Regel nicht. Die Forstbehörde setzt auf eine natürliche Walderneuerung. Auch ein künstlicher Waldumbau wird abgelehnt. Der Wald habe eine enorme Erneuerungsfähigkeit, betont Peter Klotz. Das Problem sei der Wilddruck. Tannen kämen aufgrund des Verbisses zum Teil kaum auf.<BR /><BR /><BR />Der Amtsdirektor des Forstinspektorats Meran hofft, dass das eher nasse Jahr 2023 den Borkenkäferbefall reduziert. „Die Zunahme hat sich laut Zähl- und Monitoringdaten verlangsamt“, zeigt er sich zuversichtlich.<BR /><BR />