<BR />Ausgangspunkt des Projekts „Haidacher, weiterbauen: Arbeiten & Wohnen“ war die Umnutzung einer kleinen Hütte zum Atelier „die küche von haidacher“. In mehreren Bauphasen entstanden eine erweiterte Tischlerei mit neuen Produktionsflächen und Wohnungen für die Familie. Der Entwurf bindet Alt- und Neubauten sensibel in Gelände und Bestand ein: Ein begrüntes Dach fügt sich in den Hang, Oberlichter bringen Licht tief in die Werkstatt, die Materialwahl verbindet Stahl, Sichtbeton und Massivholz. Das Projekt setzt auf Transformation statt Abriss und betont die Kontinuität von Leben und Arbeiten am gleichen Ort.<BR /><embed id="dtext86-71763595_quote" /><BR /><BR />Die Jury würdigte das Projekt als vorbildliches Zusammenspiel von Tradition, Innovation und Handwerk. „Durch etappenweise Erweiterungen, pragmatische, aber sehr qualitätsvolle Architektur und den respektvollen Umgang mit Bestand und Landschaft entsteht ein Ensemble, das funktional, identitätsstiftend und langfristig wertig ist.“ Unter 19 eingereichten Südtiroler Projekten wurde Lukas Mayr als Landessieger des ersten Euregio-Baukulturpreises ausgewählt. Am Montag nahm er in Innsbruck die von Lois Anvidalfarei geschaffene Bronzeskulptur entgegen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1222647_image" /></div> Den Bauherrn Jochen Haidacher und Architekt Lukas Mayr verbindet eine Freundschaft, die in die Volksschulzeit zurückreicht. „Wir haben gemeinsam mehrere Projekte verwirklicht – er als Architekt und wir als Tischler“, erzählte Haidacher nach der Preisverleihung. Oft sei es dabei ums Weiterbauen und Weiterdenken gegangen. „Sein Ansatz entspricht auch unserem. Deshalb war es eine Freude, dieses Projekt gemeinsam zu realisieren.“ Gemeinsam habe man überlegt, was sich vom Bestand übernehmen und wie sich darauf aufbauen lasse. „So, dass es wieder hält, dass es entspricht, dass es dem Alten standhält – ein Gegengesicht, ein gutes vis-à-vis bietet“, erklärte Jochen Haidacher. Im Austausch und mit gegenseitigem Verständnis sei es gelungen, Alt und Neu selbstverständlich zu verbinden – und die Tradition des Lebens und Arbeitens an einem Ort architektonisch fortzuführen.