Die Omikron-Variante des Coronavirus grassiert zurzeit in Europa und darüber hinaus. In den USA hat sie sich innerhalb kurzer Zeit zur vorherrschenden Variante entwickelt und für einen sprunghaften Anstieg bei den Neuinfektionen gesorgt. Ebenso wie in Großbritannien, wo die Infektionszahlen letzthin förmlich explodiert sind. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/suedtirol-2-neue-omikron-faelle-bestaetigt" target="_blank" class="external-link-new-window" title=""> In Südtirol wurden bisher 3 Fälle der neuen Virusvariante bestätigt.</a> Ist die Lage also noch unter Kontrolle oder trügt der Schein?<BR /><BR /><b>Herr Dr. Franzoni, die Omikron-Variante sorgt in Großbritannien für katastrophale Zustände, in den USA ist sie bereits die vorherrschende Variante. Wie viel Sorge bereitet Ihnen Omikron?</b><BR /><BR />Dr. Franzoni: Natürlich sind Experten in aller Welt besorgt über die starke Verbreitung der Omikron-Variante und die explodieren Infektionszahlen. Was Südtirol betrifft, beschäftigt uns derzeit aber primär immer noch die Delta-Welle, in der wir uns befinden. Es hat sich gezeigt, dass Omikron Ähnlichkeiten mit der Delta-Variante aufweist: Sie ist zwar noch ansteckender, man darf aber nicht vergessen, dass auch die Delta-Variante bereits sehr ansteckend ist. Wenn man auf andere Länder wie etwas Großbritannien schaut, zeigt sich immer mehr, dass die klinischen Folgen der Omikron-Variante nicht wesentlich anders sind. Der Anteil der Infizierten, die im Krankenhaus betreut werden müssen, liegt in etwa so hoch wie auch bereits bei der Delta-Variante. Sorge machen wir uns vor allem um die ungeimpften Bevölkerung: Egal ob Omikron oder Delta – es ist das SarsCov-2-Virus und wenn mein Körper nicht durch eine Impfung auf dieses Virus vorbereitet ist, kann es zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen bis hin zum Tod kommen.<BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="718181_image" /></div> <BR /><BR /><b>In Südtirol wurden bisher 3 Omikron-Fälle bestätigt. Die Lage scheint also unter Kontrolle. Können Sie ungefähr abschätzen, wie weit verbreitet die Variante im Land bereits ist?</b><BR /><BR />Dr. Franzoni: Das Problem scheint in Südtirol aktuell noch nicht so groß zu sein. Hier haben wir aktuell 3 bestätigte Fälle, in Italien sind es bislang 81 Fälle. Italien hat sich inzwischen ein gutes Netzwerk aufgebaut, um PCR-Tests zu sequenzieren und zu erkennen, ob verschiedene Varianten vorliegen. Ein Vorteil beim Erkennen der Omikron-Variante ist es, dass man bereits bei einem positiven PCR-Test eine erste Vermutung aufstellen kann, dass es sich um Omikron handelt, wenn eine Veränderung im Gen „S“ vorliegt.<BR /><BR /><b>Wie bereitet sich Südtirol auf die Omikron-Welle vor?</b><BR /><BR />Dr. Franzoni: Vorbereiten bedeutet zum einen zu beobachten, wann die Welle kommt, erste Fälle zu monitorieren und Kontaktnachverfolgung zu betreiben. So kann man versuchen die Ausbreitung der Welle durch dieses Tracing und die bekannten Maßnahmen, wie etwa häusliche Isolation, zu verlangsamen. Zum anderen gilt es die Welle so früh wie möglich abzufangen. Dies geschieht durch das Einhalten der AHA-Regeln – hier bietet vor allem das Tragen einer FFP2-Maske einen hohen Schutzfaktor – und natürlich durch die Impfung. Deshalb pochen wir so wie auch der Rest Europas auf das Boostern. Durch den Impfmarathon vor eineinhalb Wochen, wo wir großteils Booster-Impfungen verabreicht haben, konnten wir hier schon einen ersten Erfolg verbuchen und nun wird das Impfangebot natürlich weiter aufrecht erhalten.<BR /><BR /><b>Wie gut schützt uns die Impfung vor der Omikron-Variante?</b><BR /><BR />Dr. Franzoni: Es werden nun nach und nach immer mehr wissenschaftliche Studien veröffentlicht, die sich damit beschäftigen, wie gut die Impfung gegen Omikron schützt. Hierbei zeigt sich, dass die Auswirkungen auf die Wirksamkeit der Impfung und Impfdurchbrüche sehr ähnlich ist wie bereits bei der Delta-Variante. Personen, die mit Biontech/Pfizer oder Moderna geimpft sind oder mit einem der beiden Stoffe geboostert wurden, haben demnach weiterhin einen guten Impfschutz auch gegen die Omikron-Variante.