Ein zu hoher Druck in den Blutgefäßen verursacht lange kaum Beschwerden und bleibt daher oft unentdeckt – dabei zählt er zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenschäden. <a href="https://www.stol.it/artikel/panorama/gesundheit/bluthochdruck-der-druck-den-keiner-spuert" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Hier mehr zum Thema)</a><BR /><BR />„Eine Reduzierung der sitzenden Tätigkeiten etwa durch Aktivpausen, körperliche Aktivität im Alltag sowie Ausdauer- und Krafttraining führen mittel- und langfristig zu einer Blutdrucksenkung“, sagt der aus Olang stammende Sportmediziner. Auch kurzfristig seien die Effekte klar: Schon nach einer kurzen Trainingseinheit fällt der Blutdruck leicht ab und bleibt über einen halben Tag niedriger. „Wer morgens und abends aktiv ist – auch nur 15 Minuten –, kann so seinen Blutdruck für 24 Stunden senken.“ Die Logik ähnelt jener vieler Medikamente, die zweimal täglich eingenommen werden – nur heißt die „Pille“ hier Bewegung.<BR /><BR /><embed id="dtext86-72830157_quote" /><BR /><BR />Besonders effektiv, um den Blutdruck langfristig zu senken, ist isometrisches Krafttraining, bei dem die Muskeln angespannt, aber nicht bewegt werden. Griffkraft-Übungen oder der klassische Wandsitz lassen sich fast überall ausführen und benötigen nur wenige Minuten. Wichtig ist eine leichte bis moderate Intensität, weil sehr anstrengende isometrische Übungen der großen Muskelgruppen den Blutdruck kurzfristig stark in die Höhe treiben, sagt Prof. Neunhäuserer.<BR /><BR />Auch moderates Ausdauertraining – zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen, Nordic Walking – senkt den Blutdruck, wenn es mehrmals pro Woche ausgeübt und somit Teil des Lebensstils wird. Mehrere kurze Einheiten über den Tag verteilt können dabei genauso effektiv sein wie eine lange. Ergänzend können Dehn-, Gleichgewichts- und Entspannungsübungen wie Yoga und Pilates den Stress reduzieren und die Funktionsfähigkeit bzw. Lebensqualität verbessern.<BR /><BR />Vor jeder Trainingseinheit lohnt sich ein Blick auf die Werte. „Wer da einen Blutdruck von 160/110 mmHG oder höher misst, sollte auf die Einheit verzichten“, sagt der Mediziner. Der Blutdruck sollte zuerst medikamentös gut eingestellt sein, dann kann körperliches Training als zusätzliches Therapeutikum eingesetzt werden – „also nicht entweder oder, sondern ergänzend“. <h3> Im Idealfall gibt es „Bewegung auf Rezept“</h3>Grundsätzlich sei es sinnvoll, körperliche Aktivität vorab mit dem Arzt oder der Ärztin abzusprechen. Im Idealfall gebe es Sport „auf Rezept“ – ein Ansatz, der unter dem Namen „Exercise is Medicine“ international wächst und Bewegung in der medizinischen Versorgung verankern soll. „Der positive Effekt von Bewegung und körperlichem Training ist bei chronischen Erkrankungen wissenschaftlich eindeutig nachgewiesen“, sagt der Mediziner. „Es gibt für die verschiedenen Krankheitsbilder klare Empfehlungen für die körperliche Aktivität, natürlich individuell angepasst und dosiert, so wie bei den Medikamenten.“ Das ermöglicht Patientinnen und Patienten, am Therapieprozess mitzuwirken und diesen positiv zu beeinflussen. <BR /><BR />Bewegung ersetzt Medikamente nicht, doch sie kann deren Dosis reduzieren, ihre Wirkung unterstützen und den gesamten Organismus stärken. Und: Die positiven Effekte beginnen sofort. „Keine andere Therapie wirkt so breit und hat so viele positive Begleiterscheinungen – aber nur, wenn die ,Pille‘ Bewegung ein Leben lang eingenommen wird.“ Ganz nach dem Motto „Use it or lose it“.<BR /><h3> Zwei Kraftübungen</h3>Der Sportmediziner Prof. Daniel Neunhäuserer empfiehlt zum dauerhaften Senken des Blutdrucks unter anderem ein isometrisches Krafttraining, das sich einfach in den Alltag integrieren lässt: zum einen der Wandsitz.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1254861_image" /></div> <BR />Zum anderen Griffkraft-Übungen: zum Beispiel einen Handtrainer-Ball oder einen anderen Griffkraft-Trainer mit den Fingern umschließen, zusammendrücken bei kontrollierter Ausatmung, kurz halten, die Finger wieder entspannen, wiederholen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1254864_image" /></div> „Beide Übungen lassen sich in eine kurze Arbeitspause einbauen oder direkt am Schreibtisch, im Zug oder beim Telefonieren durchführen“, sagt Prof. Daniel Neunhäuserer.