Fast 6000 Hektar Wald sind im Puster- und Gadertal vom Borkenkäfer befallen. Vielerorts bahnt sich die Natur wieder ihren Weg, der Wald erneuert sich von selbst. „Fichte und Lärche verjüngen sich zum Beispiel sehr gut“, sagt Günther Pörnbacher vom Forstinspektorat Welsberg. <BR /><BR /> Die Fichte habe hierzulande ein optimales Wuchsgebiet, aber steigende Temperaturen und zunehmende Trockenheit würden ihr künftig auch im alpinen Raum zusetzen. „Deshalb müssen wir jetzt an den Wald von morgen denken, der Extremereignissen und Klimaveränderungen, die wir bereits erleben, standhalten muss“, sagen Pörnbacher und sein Brunecker Amtskollege Wolfgang Weger. <BR /><BR /><embed id="dtext86-67377188_quote" /><BR /><BR /> Unterstützung kommt über das Interreg-Projekt „ADAPTNOW“, an dem Eurac Research als Projektpartner mit dem Pustertal als Pilotregion beteiligt ist (siehe Info-Kasten). Im Rahmen zweier Workshops wurden rund 50 Förster über zu erwartende klimatische Entwicklungen sowie deren Auswirkungen auf Extremereignisse und die Wuchsbedingungen der heimischen Baumarten informiert. Danach sprachen Experten aus der Schweiz und Bayern über Wiederaufforstung. <BR /><BR />„Sie erlaubt es, an klimatische Bedingungen angepasste Baumarten einzuführen und die Schutzfunktion von Wäldern nach Schäden schneller wiederzustellen“, erklärt Weger. Hilfreich sind dabei Klimaanalogien, die zeigen, welche Bäume in Regionen wachsen, die heute das Klima haben, das uns morgen erwartet, sagt Michael Pörnbacher von Eurac Research. <BR /><BR /><embed id="dtext86-67377273_quote" /><BR /><BR />In der Schweiz habe sich die Aufforstung mit klimafitten Bäumen flankierend zur natürlichen Wiederbewaldung nach Windwürfen bewährt. Klimafitte Bäume können Kiefern, Lärchen oder Tannen sein, aber auch Buchen oder Winterlinden. „Diese Arten müssen wir gezielt pflanzen – den richtigen Baum am richtigen Standort – und pflegen, damit sie neben der Fichte aufkommen und sich später als Samenbäume vermehren“, sagt Günther Pörnbacher. <BR /><BR />Ein Mischwald also, für den die Waldbesitzer sensibilisiert werden sollen. „Die Schadflächen durch den Borkenkäfer können eine Chance sein, jetzt den Grundstein für einen vielfältigeren und klimafitten Wald zu legen, der später eine wichtige Schutzfunktion erfüllt, weniger anfällig für Schadereignisse ist und mit dem die Enkel und Urenkel der heutigen Waldbesitzer eine Freude haben“, sagt Pörnbacher. <BR /><BR /><embed id="dtext86-67377278_quote" /><BR /><BR />Bei den Forstinformationstagen im Jänner und den Bepflanzungstagen im Frühjahr werden Waldbesitzer entsprechend beraten. Die Pflanzen erhalten sie kostenlos von den Landesforstgärten, für die klimafitte Aufforstungen auch herausfordernd seien. „Bisher sind Laubbäume eine kleine Nische“, sagt Amtsdirektor Weger. Über kurz oder lang werden sich auch Sägebetriebe umstellen müssen. „In Deutschland setzen sie schon vermehrt auf Kiefern, Lärchen und Laubholz, wodurch auch der Preis für diese Holzarten steigt.“ <h3>Das Interreg-Projekt „ADAPTNOW“</h3>Mit dem Interreg-Alpenraum-Projekt „ADAPTNOW“ haben sich 12 Projektpartner aus Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien und Slowenien zum Ziel gesetzt, die Fähigkeiten alpiner Regionen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen, mit gezielten Unterstützungsaktionen zu steigern. Das „Center for Climate Change and Transformation“ von Eurac Research ist einer der Projektpartner, mit dem Pustertal als Pilotregion. <BR /><BR />In Zusammenarbeit mit der Bezirksgemeinschaft Pustertal und dem Regional Management LAG Pustertal werden hier die mit dem Klimawandel zusammenhängenden Gefahren und deren Bewältigungsmöglichkeiten in den Sektoren Tourismus und Forstwirtschaft besonders beleuchtet.