Wie Dr. Adolf Engl bei der Pressekonferenz berichtete, würden mehrere Faktoren in der Kommunikation eine Rolle spielen. „Dazu zählt der Patient, der einen wichtigen Part übernimmt, der Arzt, und die allgemeinen Rahmenbedingungen im Gesundheitssystem.“ <BR /><BR />Letztere seien durch Bürokratisierung und Dokumentationsdruck geprägt. „Auch soziologische Faktoren sind relevant. So haben wir einen Paradigmenwechsel. Früher gab es die paternalistische Medizin.“<BR /><BR /> Die Patienten hätten sich vom Arzt anleiten lassen, heute meine der Patient zu Beginn der Visite bereits zu wissen, worunter er leide. „Das ist eine große Herausforderung.“ <BR /><BR />Um die Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten zu optimieren, werden im Sommer und Herbst Broschüren und Plakate mit „12 Tipps für eine erfolgreiche ärztliche Visite“ in Südtirol verteilt. Die Kampagne war erstmals im Jahr 2022 lanciert worden. „Das ist eine Handreichung, um eine bessere Interaktion zwischen Arzt und Patient zu fördern“, so Dr. Engl. <h3> Gegenseitiges Vertrauen schaffen </h3>„Die 12 Tipps sind das Ergebnis einer Studie, die die Claudiana durchgeführt hat“, erklärte Dr. Giuliano Piccoliori, wissenschaftlicher Leiter des Instituts. Auch er sprach über Entscheidungen, die Arzt und Patient gemeinsam treffen: „Denn der Patient ist der wahre Experte für seine Krankheit, der Arzt ist sein Berater.“ <BR /><BR /><embed id="dtext86-64952847_quote" /><BR /><BR />Die Sensibilisierungskampagne wolle dazu beitragen, eine Diskrepanz zwischen Arzt und Patient zu überwinden. „Die Betreuung muss auf gegenseitigem Vertrauen basieren und dem Respekt der gegenseitigen Kompetenzen“, so Dr. Piccoliori.<h3> Neues Buch veröffentlicht</h3>Im Rahmen der Pressekonferenz wurde auch der zweite Band einer dreiteiligen Reihe zum Thema „Pflege und Reziprozität“ vorgestellt. Reziprozität bedeutet in der Fachsprache „Gegenseitigkeit“. Philosophieprofessor Fulvio Longato, der an dem zweiten Band als Autor mitgewirkt hat, erklärte: „Der Arzt kennt das Erleben der Patienten nicht, die Patienten haben keine medizinischen Kenntnisse. Demut und Zuhören sind deshalb grundlegend.“ <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1033947_image" /></div> <BR />„Wir hoffen, dass mit diesen 3 Bänden die Humanisierung in der Pflege verbessert wird“, berichtete einer der Initiatoren der Reihe, Dr. Giovanni Guandalini. Dazu gehöre ein Vertrauensverhältnis, bei dem beispielsweise Ärzte keine Angst hätten, ihren Patienten mitzuteilen, dass ihre Kompetenzen in einem bestimmten Bereich nicht ausreichen, dass sie noch einen Kollegen hinzuziehen wollen. <BR /><BR /><h3> <b>Damit eine Visite erfolgreich verläuft</b></h3>