<BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/grosser-schlag-gegen-den-drogenhandel-28-sicherungsmassnahmen-verhaengt" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Von den 28 Betroffenen befinden sich zehn in Südtirol in Haft, acht wurden unter Hausarrest gestellt und zehn erhielten eine Meldeauflage.</a> Die Maßnahmen betreffen zudem auch andere Provinzen, darunter Barletta-Andria-Trani, Brescia, Monza-Brianza, Pordenone und Sondrio.<BR /><BR />Die vom Vorverhandlungsrichter des Trienter Gerichts angeordneten Maßnahmen erfolgten im Anschluss an eine umfangreiche Ermittlungsarbeit zur Bekämpfung des nationalen und internationalen Drogenhandels. Die Ermittlungen wurden von der Mobilen Einheit Bozen eingeleitet und führten bereits im Juni 2023 zur Festnahme von drei Beschuldigten sowie zur Sicherstellung von über einem Kilogramm Kokain.<BR /><BR />Im Verlauf der Ermittlungen unter der Leitung der Antimafia-Staatsanwaltschaft Trient kam es zu zahlreichen weiteren Einsätzen: Insgesamt wurden 22 Personen in flagranti verhaftet. Dabei wurden 34 Kilogramm Kokain, 23 Kilogramm Marihuana, 5,6 Kilogramm Haschisch, 76.000 Euro Bargeld aus Drogenverkäufen sowie eine Pistole beschlagnahmt. Insgesamt konnten 150 dokumentierte Drogenverkäufe nachgewiesen werden.<BR /><BR /> <video-jw video-id="mCPLkXqC"></video-jw> <h3> Sollen insbesondere mit Kokain gehandelt haben</h3>Die Ermittlungen, bestehend aus Observationen, Verfolgungen und technischen Überwachungen, ermöglichten es laut Aussendung, das Bestehen einer umfangreichen und strukturierten kriminellen Vereinigung in Südtirol festzustellen. Diese sei dauerhaft und nicht nur gelegentlich im Drogenhandel tätig gewesen, insbesondere im Kokainhandel, und hätte in Bozen und Umgebung mit nationalen und internationalen Verbindungen operiert. Die Gruppe hätte über eine klare Aufgabenverteilung sowie über logistische und wirtschaftliche Mittel verfügt, die eine kontinuierliche Versorgung mit großen Drogenmengen ermöglicht haben sollen.<BR /><BR />Zur Verschleierung ihrer Aktivitäten sollen die Täter zahlreiche Strategien genutzt haben. Darunter Scheinidentitäten, soziale Netzwerke und Dienste zur verschlüsselten Kommunikation, abgeänderte Fahrzeuge für den Drogentransport sowie schwer zuzuordnende Orte für Lagerung, Streckung, Verpackung, Versteck und Straßenverkauf.<BR /><BR />Neben den Hauptakteuren wurden auch mutmaßliche Komplizen identifiziert, darunter Lieferanten, Lagerhalter, Verkäufer sowie Kuriere, die Kokain aus Belgien oder Spanien nach Italien transportiert haben sollen. Dabei seien Fahrzeuge mit professionellen doppelten Böden zum Einsatz gekommen, mit Transportmengen von bis zu zehn bis 15 Kilogramm Kokain pro Fahrt.<h3> Neben zentralem Kern offenbar noch fünf weitere lokale Gruppen</h3>Der Drogenhandel sei entlang einer vollständigen Lieferkette verlaufen, die Beschaffung im Ausland und Inland, den Transport durch spezialisierte Kuriere, die Lagerung in eigens eingerichteten Depots sowie den anschließenden Groß- und Einzelverkauf umfasst haben soll.<BR /><BR />Neben dem zentralen Kern hätten fünf weitere lokale Gruppen agiert. Die erste Gruppe, bestehend aus seit Jahren in Bozen ansässigen Personen, sei in der Lage gewesen, große Kokainmengen auf den Südtiroler Markt zu bringen. Direkte Kontakte zu südamerikanischen Lieferanten hätten die hohe Qualität der Droge gesichert. Das beschlagnahmte Kokain wies einen Wirkstoffgehalt von bis zu 85 Prozent auf. Nach der Ankunft in Bozen sei die Ware innerhalb weniger Stunden weiterverteilt worden.<BR /><BR />Die zweite Gruppe, bestehend aus jungen Erwachsenen Anfang zwanzig, sei für den Einzelverkauf von Kokain in Bozen, im Burggrafenamt und im Unterland zuständig gewesen. Die dritte Gruppe bestand aus Personen mit Wohnsitz in Meran, die im Handel mit Kokain und Marihuana aktiv gewesen seien und über Beschaffungswege in Spanien verfügt hätten. Bei Lieferengpässen der Hauptgruppe seien diese als alternative Quelle genutzt worden. Der Anführer dieser Gruppe sei nach den Verhaftungen im Zuge der Ermittlungen nach Barcelona geflohen.<h3> Bei „schwierigen“ Kunden angeblich bewaffnete Treffen organisiert</h3>Die vierte Gruppe sei auf die Beschaffung von Marihuana spezialisiert gewesen, das aus der Lombardei stammte, wobei jeweils etwa zehn Kilogramm pro Einkauf erworben worden seien. <BR /><BR />Die fünfte und letzte Gruppe, bestehend aus jungen Personen aus Bozen, sei im Straßenverkauf von Kokain und Haschisch tätig gewesen. Der Anführer dieser Gruppe, der seit Jahren im Cannabinoidhandel aktiv gewesen sein soll, hätte die Hauptorganisation mit mehreren Kilogramm Haschisch im Austausch gegen Kokain beliefert. <BR /><BR />Diese Gruppe sei besonders dadurch aufgefallen, dass zur Eintreibung von Schulden bei „schwierigen“ Kunden teilweise bewaffnete Treffen organisiert worden seien. Bei einer Durchsuchung wurde eine halbautomatische Pistole sichergestellt. Bei den insgesamt 28 Beschuldigten handelt es sich überwiegend um Personen albanischer Staatsangehörigkeit.