Bereits im Jänner 2024 sollen in Antholz der Biathlon-Weltcup gastieren. Können die Bauarbeiten bis zu diesem Großereignis abgeschlossen werden?<BR /><BR /><BR /><b>Herr Bürgermeister, die unendliche Geschichte des Antholzer Biathlonzentrums geht in die nächste Runde.</b><BR />Thomas Schuster: Das kann man so sagen – und wir hoffen natürlich, dass die Angelegen-heit mit dem Staatsratsurteil nun endgültig entschieden ist.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="961375_image" /></div> <BR /><BR /><b>Was hat das Gericht entschieden?</b><BR />Schuster: Durch die Annahme des Rekurses wurde der Zuschlag an die Firma Unionbau als rechtswidrig erachtet. Grund dafür waren mehrere festgestellte Mängel beim technischen Angebot des Unternehmens.<BR /><BR /><b>Was bedeutet das nun?</b><BR />Schuster: Dass die Wettbewerbskommission neuerlich das Angebot der Unionbau AG bewerten muss. Das Angebot von Gasser/Ploner hingegen wird nicht neu bewertet, hier bleiben die zugeteilten Punkte unverändert, weil dort keine Mängel festgestellt wurden.<BR /><BR /><b>Wie geht es jetzt weiter?</b><BR />Schuster: Innerhalb der nächsten 30 Tage wird die Bewertungskommission neuerlich zusammentreten und die Neubewertung vornehmen. Danach werden wir den Wettbewerbssieger bekanntgeben und die weiteren Schritte festlegen.<BR /><BR /><b>Was bedeutet das alles für die Arbeiten im Biathlonzentrum von Antholz: Stehen diese jetzt still?</b><BR />Schuster: Nein, die Arbeiten laufen wie geplant weiter, bis neu entschieden wird. Ich muss an dieser Stelle der Baufirma ein großes Lob aussprechen: Wir hatten nach der Unterbrechung ja befürchtet, es nicht mehr rechtzeitig für den Weltcup 2024 zu schaffen. Es wurde aber sehr gut gearbeitet, sodass wir jetzt wieder im Zeitplan sind und die Weltcuprennen im Jänner gesichert sind.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="961378_image" /></div> <BR /><BR /><b>Die Arbeiten gehen also bis zur neuerlichen Entscheidung der Bewertungskommission weiter?</b><BR />Schuster: Ja. Das Gericht hat nämlich nicht die Vertragsauflösung mit der Unionbau AG beschlossen. Eine der ganz großen Herausforderungen wird es aber wohl sein, das angefangene Bauwerk gut an die neue Baufirma zu übergeben.<BR /><BR /><b>Sie rechnen also damit, dass das Angebot der Bietergemeinschaft Gasser/Ploner höher bewertet wird?</b><BR />Schuster: Das ist in meinen Augen ziemlich wahrscheinlich. Der Zuschlag an die Unionbau AG war ja sehr knapp erfolgt. Wir sprechen hier bei der ersten Bewertung von nur 0,75 Punkten Unterschied bei knapp 100 vergebenen Punkten. Und die zweite Bewertung ist dann noch einmal knapper ausgefallen. Die vom Staatsrat angeführten Mängel beim Angebot der Unionbau dürften da wohl ins Gewicht fallen und die Bewertung nach unten drücken.<BR /><BR /><b>Ist mit neuerlichen Rekursen zu rechnen?</b><BR />Schuster: Solche kann man nie ganz ausschließen. Eine Frage wird auch noch sein, wie das Bozner Verwaltungsgericht entscheidet, wobei hier wohl anzunehmen ist, dass es sich dem Urteil des Staatsrates anschließen wird.<BR /><BR /><b>Stimmt es, dass die Umbauarbeiten im Antholzer Biathlonzentrum nicht als Projekt des Bauprogramms für die Olympischen Spiele Mailand-Cortina 2026 gelten?</b><BR />Schuster: Das ist Quatsch! Das neue staatliche Dekret formuliert ganz klar, dass das gesamte Projekt zum Bauprogramm für Olympia 2026 gehört – vom Speicher über die Strukturen bis zum Schießstand. Alle diese Arbeiten wurden als dringlich und notwendig für Olympia 2026 eingestuft.<BR />