Die größte Unbekannte in diesen Szenarien ist die Impfrate in den ärmeren Ländern der Welt, aber auch internationale Konflikte und die geringe internationale Zusammenarbeit wiegen schwer.<BR /><BR />Über 2 Jahre hält uns das Coronavirus nun schon in Atem. Auch wenn die Infektionszahlen aktuell unter Kontrolle sind, gehen Experten nicht davon aus, dass der Kampf gegen das Virus bereits gewonnen ist.<BR /><BR />Ob dieser Kampf gewonnen werden kann, wird maßgeblich von der globalen Impfrate abhängen, die aktuell bei rund 60 Prozent liegt. So sieht es der Internationale Wissenschaftsrat – eine Organisation, in der mehr als 200 nationale und internationale wissenschaftliche Vereinigungen zusammengeschlossen sind.<BR /><BR />In einem kürzlich veröffentlichten Dokument skizzieren die Experten des Rates 3 mögliche Szenarien für den Fortgang der Pandemie bis zum Jahr 2027.<h3> Optimistisches Szenario mit 80 Prozent globaler Impfrate</h3>Auch wenn das Schlimmste hinter uns zu liegen scheint, sollten die Regierungen „nicht so tun, als sei die Pandemie vorbei, nur weil die Sterblichkeitsrate gesunken ist: Zahlreiche Bürger werden noch viele Jahre lang mit Entbehrungen und großen Herausforderungen zu kämpfen haben“, warnt das Papier des Internationalen Wissenschaftsrats. <BR /><BR />Das erste skizzierte Szenario geht davon aus, dass in den kommenden Jahren der Anteil der gegen Covid-19 geimpften Weltbevölkerung von 60 auf 80 Prozent steigen wird. Das bedeutet: Zu den 4,7 bereits doppelt Geimpften müssten weitere knapp 2 Milliarden dazukommen.<BR /><BR /> In diesem Fall könnten laut Prognose der Experten nicht nur viele Leben gerettet sondern auch das Risiko neuer Varianten verringert werden. Das Coronavirus würde zwar nicht ausgerottet, das Pandemiegeschehen wäre aber besser kontrollierbar. Dadurch ließen sich aber schwerwiegende negative Folgen für die Wirtschaft und die Psyche der Menschen abwenden.<BR /><h3> Wahrscheinliche Szenario mit Impfraten unter 70 Prozent</h3>Das zweite Szenario, das die Experten für wahrscheinlicher halten, geht davon aus, dass viele Regierungen es versäumen werden, bedürftigen Ländern zu helfen, was dazu führen wird, dass die weltweite Durchimpfungsrate unter 70 Prozent bleibt: In diesem Fall würde Covid-19 endemisch werden, mit saisonalen Ausbrüchen, die die Krankenhäuser in verschiedenen Ländern überfordern und „den Einsatz aktualisierter Impfstoffe und antiviraler Medikamente“ erfordern würden. <BR /><BR />Damit einhergehen würde wohl 2027 eine Verschärfung der globalen Ungleichheiten und die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung würden verfehlt.<BR /><BR /> Betrachtet man die aktuellen Impfraten in den unterschiedlichen Teilen der Welt, lässt sich erkennen, warum dieses Szenario als das wahrscheinlichste gilt: Während in Europa 73 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft sind (in Italien sogar fast 85 Prozent) und die USA 66 Prozent erreicht haben, ist Afrika noch weit vom WHO-Ziel entfernt, bis Juli 70 Prozent der Bevölkerung zu impfen. Aktuell liegt die Impfrate auf dem Kontinent im Durchschnitt bei nur 20 Prozent.<h3>Pessimistisches Szenario: Impfrate steigt nicht mehr</h3>Im schlechtesten Fall gehen die Experten des Internationalen Wissenschaftsrates davon aus, dass die Impfquote von aktuell 60 Prozent nicht mehr ansteigt. Gründe dafür könnten eine sinkende Akzeptanz der Impfstoffe durch Populismus oder Schwierigkeiten bei der Bewältigung globaler Herausforderungen wegen durch geopolitische Spannungen erschwerter internationaler Zusammenarbeit.<BR /><BR />In diesem Szenario könnte das Coronavirus weitgehend unkontrollierbar bleiben und in verschiedenen Teilen der Welt schwere Rückfälle verursachen. <BR /><BR />Der Internationale Wissenschaftsrat erinnert in seinem Papier auch an die verheerenden Auswirkungen der Pandemie: Allein im Jahr 2020 gehen mehr als 8 Prozent der globalen Arbeitsstunden verloren, was 225 Millionen Vollzeitarbeitsplätzen entspricht. Auch auf die psychische Gesundheit der Menschen hatte die das Coronavirus erhebliche Auswirkungen: Eine Studie in 204 Ländern hat ergeben, dass durch die Pandemie 53,2 Millionen Fälle von Depressionen und 76,2 Millionen Fälle von Angststörungen neu aufgetreten sind. <BR /><BR /><BR />