Wegen der extremen Hitze rief die Agentur für Bevölkerungsschutz gestern die höchste Warnstufe „Rot“ für Bozen aus. Vorerst gilt die Warnung auch für heute und morgen, das Ende der Hitzewelle ist derzeit jedoch nicht in Sicht – im Gegenteil. Mehrere Tage mit Temperaturen von über 35 Grad Celsius können „schwerwiegende Auswirkungen für die Gesundheit der Menschen haben“, so die Agentur für Bevölkerungsschutz.<BR /><BR />Empfohlen wird, sich in den heißesten Stunden des Tages nicht im Freien aufzuhalten, insbesondere Kinder und Senioren, und ausreichend zu trinken. „In der Stadt gibt es die Möglichkeit, die klimatisierten Bürgerzentren und Bibliotheken aufzusuchen“, erklärte Sozialstadträtin Patrizia Brillo gestern.<BR /><BR />Am 29. Juni startet dann das Projekt „Sommerfrische“: Von Montag bis Freitag zwischen 10.30 und 17 Uhr stehen allen Senioren klimatisierte Räumlichkeiten zur Verfügung. Der Dienst wird montags, mittwochs und freitags im „Club della Visitazione“ in der Europaallee 3 sowie dienstags und donnerstags im Seniorentreff „Associanziani“ in der Claudia-Augusta-Straße 111 angeboten. Vor Ort besteht auch die Möglichkeit, mittas zu essen. Eine Registrierung vorab unter der Nummer 0471/1626266 ist gewünscht.<h3> Kritik kommt von Grünen-Rätin Brugger</h3>Kritik an der Initiative der Gemeinde kommt von Cornelia Brugger der Bozner Grünen. „Zwei Ausweichquartiere für Senioren in einer Stadt mit über 100.000 Einwohnern können nicht die Antwort auf die Hitzewellen sein“, kritisiert Brugger. Die Gemeinderätin hat mehrere Forderungen an die Stadtverwaltung: eine interaktive Karte mit kühlen Orten in der Stadt, freier Eintritt ins Lido für ältere Menschen an besonders heißen Tagen und mehr Entsiegelung sowie Begrünung, wo sich die Hitze staut. „Es fehlt der Mut, unsere Stadt endlich so zu gestalten, dass sie der Hitze etwas entgegensetzen kann“, kritisiert Brugger abschließend.