Klettern die Temperaturen über die 30-Grad-Marke, laufen die Klimaanlagen auf Hochtouren. Doch kein Grund zur Sorge: „Büro- und Haushaltsklimaanlagen erhöhen den Verbrauch zwar, sind jedoch vergleichbar mit dem Verbrauch eines Backofens oder Geschirrspülers“, gibt der Generaldirektor der Edyna GmbH, Pierpaolo Zamunaro, Entwarnung. <BR /><BR />Das zeigt auch ein Blick auf die Daten: Betrug der Gesamtverbrauch einer Primärstation in Bozen in den Nachmittagsstunden des 7. Mai dieses Jahres etwa 5,5 Megawatt, stieg dieser Wert am 25. Juni, einem Tag inmitten einer Hitzewelle, auf etwa sieben Megawatt an (siehe Infografik). Beide Werte liegen damit deutlich unter der maximalen Kapazitätsgrenze. <BR /><BR />Die tatsächlichen Spitzenbelastungen treten in Südtirol hingegen im Winter auf: An kalten Tagen im November und Dezember kann die künstliche Beschneiung dazu führen, dass Umspannwerke nahezu vollständig ausgelastet werden. „Die Primärumspannwerke sind daher größtenteils auf diesen Bedarf ausgelegt, Hitzewellen verschieben den Gesamtverbrauch nur geringfügig“, so Zamunaro.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1347204_image" /></div> <BR />Ganz ohne Auswirkungen bleibt die Hitze auf das Stromnetz aber nicht. Rund 80 Prozent des Edyna-Netzes sind unterirdisch verlegt und damit grundsätzlich besser vor Witterungseinflüssen geschützt. Werden die Böden aber extrem heiß, können in seltenen Fällen Verbindungsstellen beschädigt werden und lokale Betriebsstörungen verursachen.<BR /><BR />Einen großflächigen Stromausfall während einer Hitzeperiode hält der Experte aber doch für unwahrscheinlich: „Auch wenn Störungen unvorhersehbar sind, kann ich einen massiven Stromausfall ausschließen.“ Anders als in Ballungsräumen wie Rom oder Mailand sei das Stromnetz in Südtirol ohnehin nicht mit einer stark konzentrierten Nutzerstruktur konfrontiert. Die Verteilung ist vielmehr flächendeckend, und eventuelle Störungen bleiben auf begrenzte Gebiete beschränkt. Zudem habe Edyna viele Orte so angebunden, dass sie von mehreren Primärstationen versorgt werden können und das Netz werde kontinuierlich ausgebaut. <BR /><BR />Etwas anders sieht es bei der Stromproduktion aus, wo sich die Trockenheit stärker bemerkbar macht. Längere Dürreperioden führen nämlich zu geringeren Wasserständen in den Stauseen und folglich zu weniger erzeugbarer Energie.