In Südtirol gibt es rund 37.000 Bienenvölker, darüber hinaus sind hierzulande 460 verschiedene Arten von Wildbienen bekannt.Für die Arbeit des Versuchszentrums Laimburg seien die Bienen von großer Bedeutung, so Laimburg-Direktor Michael Oberhuber. Im Rahmen des Projekts Apistox standen nun erstmals größere Ressourcen zur Verfügung.Verschwinden der Bienen als Anlass zur StudieWelche Auswirkungen kann der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Obstbau auf Bienenvölker haben? Diesen und anderen damit in Verbindung stehenden Fragen ist das Forschungsprojekt Apistox nachgegangen.2013 waren hauptsächlich im Imkereibezirk Burggrafenamt erhöhte Flugbienenverluste im Stockbereich, eine schleppende Volksentwicklung und Verfliegen (leere Beuten) beobachtet worden. Es kam die Vermutung auf, dass diese Beobachtungen mit der Intensivierung der Bekämpfungsmaßnahmen zur Eindämmung der Apfeltriebsucht in Zusammenhang stehen könnten.Darum haben die Experten des Versuchszentrums Laimburg im Rahmen eines dreijährigen Bienenmonitorings (2014–2016) untersucht, ob es räumliche und zeitliche Zusammenhänge zwischen dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Obstbau und dem Auftreten von Anomalien an Bienenvölkern um bzw. während der Bienenwanderung gibt. Dazu wurden Volksentwicklung und Sterblichkeit zwischen Völkern im Apfeltriebsuchtgebiet und Gebieten mit geringer Triebsuchtverbreitung verglichen.Die Ergebnisse:Die Bienenvölker in den beiden Untersuchungsgebieten wiesen keine bemerkenswerten Unterschiede auf.Außerhalb der Bienenschutzzeit, vor allem nach der Blüte, wurde eine erhöhte Sterblichkeitsrate von Bienen im Stockbereich beobachtet, die den Wissenschaftlern zufolge auf die Kombination dreier Faktoren zurückgeführt werden kann: die Nachblütebehandlungen im Obstbau, das Trachtangebot nach der Apfelblüte und das Verhalten der Sammelbienen. Nach der Obstblüte fliegen die Sammelbienen wieder verstärkt zurück in die Obstanlagen und suchen Blüten im Unterwuchs der Apfelanlagen auf. Wenn trotz des Mulchens bzw. nach dem Mulchen wieder blühender Unterwuchs vorhanden ist und darauf Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden, können Bienen in Kontakt mit diesen Pflanzenschutzmitteln kommen, was zu einem erhöhten Bienensterben führen kann.Die Regelung des Ausbringungsverbots von Pflanzenschutzmitteln nach Höhenlagen hat sich für die Bienenvölker in Grenzlagen als kritisch herausgestellt. Im Rahmen der Apistox-Untersuchungen zeigte sich, dass Sammelbienen weit längere Distanzen zurücklegen als bislang angenommen und auf der Suche nach Nahrung von höheren Lagen in tiefere Lagen ausfliegen, wo Spritzungen eventuell noch im Gange sind, und auf diese Weise in Kontakt mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln kommen.Die Entwicklung der Bienenvölker in Obstbaugebieten bleibt im Vergleich zu Völkern außerhalb von Lagen mit Intensivobstbau hinter den Erwartungen zurück. Völker an Standorten außerhalb von Obstbaugebieten setzen die im Frühjahr gezogene Brut besser in Bienen um.Zahlreiche Maßnahmen in der Landwirtschaft ergriffenIn Südtirol sei das Wissen rund um den sachgemäßen Pflanzenschutz auf höchstem Niveau und dementsprechend gezielt erfolge auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, erklärte Harald Weis, Obmann der Arbeitsgruppe für den Integrierten Obstanbau in Südtirol (Agrios). Im Bereich des Pflanzenschutzes werde, wo es möglich ist und wo Alternativen vorhanden sind, auf bienengefährliche Mittel verzichtet. So wurde beispielsweise 2017 der Wirkstoff Chlorpyrifos-Ethyl aus dem Agrios-Programm gestrichen.lpa/stol