Volle Straßen? Teure Wohnungen? Kein Platz in Almhütten für eine Marende? Die Schuld dafür hat für viele im Land der Tourismus. Die Tourismustreibenden selbst sehen das ein wenig anders.<BR /><BR />Immer wieder ist zu hören und zu lesen, dass der Erfolg des Tourismus Nachteile für die Gesamtbevölkerung mit sich bringt. Die Wohnungen werden teurer, Baufirmen arbeiten nur noch für 4-Sterne-Hotels, der Verkehr im Tal nimmt zu, die Vinschger Bahn ist voller Bundesdeutscher samt Hunden oder Fahrrädern usw. Bei so manchem Südtiroler und mancher Südtirolerin gerät die Tourismusgesinnung ins Wanken, wird nach dem Nutzen der vielen Gästen gefragt.<BR /><BR />Aber trägt der Tourismus tatsächlich die alleinige Schuld? Die Tourismustreibenden selbst sehen das Ganze ein wenig anders bzw. differenzierter. Das wurde bei der Vollversammlung der Ferienregionen Reschenpass und Obervinschgau klar – 2 durchaus boomende Gebiete, in denen viel in den Tourismus investiert wird.<h3> Vieles wird nicht wahrgenommen</h3>Zu denen, die den Tourismus verteidigten, gehörten neben den Gemeindevertretern sowie Banken- und Wirtschaftsexperten auch der Malser Hotelier und HGV-Vertreter Klaus Pobitzer. Der Tourismus schaffe viele Arbeitsplätze samt Steueraufkommen, stellte er klar. Aber das alleine sei es nicht, denn mit dem Tourismus hingen auch viele Angebote zusammen, die auf den ersten Blick nicht so wahrgenommen würden. Pobitzer nannte als Beispiel die Einrichtung und Fortführung von öffentlichen Diensten wie Busverbindungen. Diese würden sehr stark auch von Gästen genutzt und somit dienten diese auch der Auslastung des Angebotes. <h3> Vor- und Nachteile fair abwiegen</h3>Ein weiteres Beispiel seien die Bergbahnen und Angebote im Sommer und Winter in den Skigebieten. Auch diese seien nur finanzierbar, weil viele Touristen sie mitbenutzten. Und davon würden letzten Endes dann natürlich auch die Einheimischen profitieren, schlussfolgerte Pobitzer. Es sei daher nur fair, auch die Vorteile zu sehen, die mit dem Erfolgsmodell Tourismus zusammenhängen, forderte der Hotelier und HGV-Vertreter.<BR />