Dienstag, 02. April 2019

Wie kommen Sie mit der Zeitumstellung klar?

Seit Sonntag früh gilt in vielen Ländern Europas wieder die Sommerzeit. Um 2 Uhr wurden die Uhren um eine Stunde auf 3 Uhr vorgestellt, die Nacht auf Sonntag war also eine Stunde kürzer. Nicht jeder kommt gut damit klar. Wie geht es Ihnen damit?

Wie geht es Ihnen mit der Zeitumstellung?
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Wie geht es Ihnen mit der Zeitumstellung? - Foto: © shutterstock

In Italien wurden die Uhren erstmals im Kriegsjahr 1916 am 25. Mai um eine Stunde vorgestellt, was bis 1920 im Gebrauch blieb. Zwischen 1940 und 1948 wurden kriegsbedingt mehrmals unterschiedliche Uhrzeitumstellungen vorgenommen. Die längste Zeit am Stück war vom 17. Juni 1940 bis zum 2. November 1942. Während der Zeit der Italienischen Sozialrepublik galt teilweise nicht im gesamten Land dieselbe Uhrzeit. Auch wurde in Triest die Uhrzeitumstellung durch die jugoslawische Besatzungsmacht untersagt.

Regierung in Italien musste jedes Jahr bestätigen

Ab dem Jahr 1965 wurde die Möglichkeit einer sommerzeitlichen Uhrzeitumstellung für Energiekrisenzeiten gesetzlich vorgesehen, wovon im Jahr 1966 erstmals Gebrauch gemacht wurde, und so galt in diesem Jahr vom 22. Mai bis zum 24. September eine einstündige Uhrzeitdifferenz. Die Sommerzeit musste von der Regierung jährlich bestätigt werden, was bis 1979 so blieb. Die Uhren wurden jeweils um Mitternacht umgestellt.

Das Gesetz sah die Periode des Beginns vom 31. März bis 10. Juni und des Endes vom 20. September bis 31. Oktober vor. Um im Jahr 1980 zeitgleich mit den anderen europäischen Ländern die Uhren umzustellen, wurde per Erlass das Gesetz angepasst und der Beginn schon am 28. März ermöglicht. Zwei Jahre später wurde dann der früheste Zeitpunkt des Beginns auf den 15. März festgelegt, um ohne weitere Gesetzesänderung mit der EG-Regelung konform gehen zu können.

Deutschland und Dänemark stellten als letzte Länder um

Frankreich etwa folgte ein Jahr später, also 1967, in England ist die Sommerzeit seit 1925 üblich. Unser Nachbarland Österreich beschloss die Einführung 1979. Die Bundesrepublik Deutschland und Dänemark stellten 1980 als letzte Länder der damaligen EG auf die Sommerzeit um. Die Sommerzeit ist in Europa anlässlich der Ölkrise und mit dem Hintergrund, Energie zu sparen, eingeführt worden. Kritikern zufolge sind dadurch entstehende Energiespareffekte allerdings kaum nachweisbar.

Auch wird bei Menschen von gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie vorübergehenden Schlafstörungen berichtet. Die aktuelle Zeitumstellung dürfte daher eine der letzten gewesen sein: Das Europaparlament sprach sich am vergangenen Dienstag für eine Abschaffung der Umstellung ab dem Jahr 2021 aus. Die EU-Staaten sollen der EU-Kommission bis April 2020 mitteilen, welche Zeit sie dauerhaft beibehalten wollen – die Normal- oder die Sommerzeit.

apa/stol

stol