„Wir arbeiten an verschiedenen Maßnahmen“, sagt Umweltstadträtin Chiara Rabini. Genutzt werden sollen unter anderem auch die vor Jahrzehnten in Rohre verlegte kleinen Bäche, die die Städte unterirdisch queren. <BR /><BR />Der Sommer 2022 wird der Bozner Bevölkerung in heißer Erinnerung bleiben: Fast jeden Tag über 30 Grad und dazu trocken und schwül. Im Rathaus ist man sich im Klaren darüber, dass gehandelt werden muss. Projekt und Vorhaben, um die Auswirkungen des Klimawandels abzufedern werden auf den Weg geschickt. <BR /><BR /> Der Sommer 2022 hat die Belastbarkeit der Bozner Bevölkerung auf eine harte Probe gestellt. Sonne satt, tägliche Temperaturen weit über die 30 Grad, Regen null und auch die Nächte waren hochsommerlich. Sollten derartige Temperaturen zur Normalität werden, dann bekommt die Landeshauptstadt ein gewaltiges Hitzeproblem; wie viele andere europäische Städte auch. <BR /><BR />Zur Thematik gibt es eine Reihe internationaler Studien. Das Ergebnis: Es braucht mehr Grün und Beschattung mit der man eine Abkühlung erreichen könnte. Genutzt werden sollen unter anderem auch die vor Jahrzehnten in Rohre verlegte kleinen Bäche, die die Städte unterirdisch queren. <BR /><BR />„In Bozen haben wir gleich mehrere sogenannter Ritschen, die unter der Stadt durchfließen“, weiß Vizebürgermeister Luis Walcher. Es handelt sich dabei um Ableitungen der Talfer, die in längst vergangenen Zeiten für die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen genutzt, später nicht mehr gebraucht wurden und dann in Rohren verschwanden. In den Metropolen Wien und Paris hat man sich dazu entschlossen, die kleinen Rinnsale und Bäche an ausgewählten Stellen wieder frei zu legen. Sie sollen in der heißen Jahreszeit für Erfrischung sorgen. „Der Mitte März verabschiedete Grünraumplan sieht derartige Maßnahmen auch für Bozen vor“, erklärt Umweltstadträtin Chiara Rabini. Derzeit sei man dabei diverse Vorschläge zu prüfen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="807338_image" /></div> <BR /><BR />Vizebürgermeister Walcher ergänzt, dass diese Fließgewässer vorwiegend über private Grundstücke verlaufen, anschließend in Rohre verschwinden und dann in den Eisack münden. „Man muss bedenken, dass in den vergangenen Jahren rund um Bozen viel gebaut wurde und dadurch die Möglichkeiten begrenzt sind, diese Bächlein wieder an die Oberfläche zu bekommen“, sagt er. Zudem sei es auch eine Frage, ob die Bachläufe konstant Wasser führen, die Sicherheit gewährleistet werden könne usw.<BR /><BR />„Wir haben uns mit dieser Sache auseinandergesetzt und die Prüfungsphase läuft“, meint er. Walcher zeigt sich ernsthaft besorgt, was die Zukunft betrifft. „Wie haben Wochen und Monate erlebt, die mehr als außergewöhnlich waren. Neben der Hitze ist es vor allem die anhaltende Trockenheit, die mir Sorgen bereitet“, sagt er.<h3> Projekte in der Pipeline</h3> Umweltstadträtin Chiara Rabini ist mit einer Reihe von Ideen, Projekten und Vorhaben beschäftigt, die mithelfen sollen den Klimawandel abzufedern. „Nach wie vor läuft das Projekt begrünte Dächer“, erklärt Rabini. Man entwickle dabei in Zusammenarbeit mit anderen europäischen Städten Strategien, die Hitzebelastung zu reduzieren. Mit der Europäischen Akademie EURAC arbeite man bei den Themen Mobilität und effiziente Energienutzung eng zusammen. „Wir wollen auch im Bereich Fotovoltaik Gas geben. Sechs Gemeindeimmobilien werden mit Paneelen ausgerüstet.<BR /><BR />Auch Private sollen mitmachen“, sagt Rabini. Damit will man das Projekt Energiegemeinschaften fördern. Zudem wurde eine Broschüre mit Tipps zum Energiesparen veröffentlicht. „Auf der Zielgeraden befinden wir uns auch beim Thema geschlossene Geschäftstüren. Die rechtlichen Voraussetzungen liegen nun auf dem Tisch. Jetzt können wir handeln“, sagt Rabini. <BR /><BR /><BR /><BR />