Wer derzeit mit vollem Körbchen nach Hause kommt, muss wahrhaftig ein Glückspilz sein. Die anhaltende Hitze und Trockenheit bremsen nämlich auch das Pilzwachstum in Südtirol aus. <BR /><BR />Wo um diese Zeit sonst eifrig nach Pilzen gesucht wird, fällt die Ausbeute an Steinpilzen, Pfifferlingen und Co. derzeit ernüchternd aus. Dürre in Kombination mit Hitze lässt den Waldboden austrocknen und die Schätze des Waldes nicht zum Vorschein kommen. Das eigentliche Leben der Pilze spielt sich ohnehin unter der Erde ab, wo das Myzel auf den lang ersehnten Regen wartet. Einzelne Sommergewitter reichen aber nicht aus, um das Wachstum anzukurbeln. <BR /><BR />„Damit das Wasser bis unter die Nadelbäume in den Boden eindringt, braucht es lang anhaltende Niederschläge“, erklärt Pilzexperte Dr. Karl Kob, Präsident des Mykologischen Vereins Bresadola.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1343739_image" /></div> <h3> Wenige Pilzsammler unterwegs</h3>Einzelne Steinpilze und Pfifferlinge wurden in den vergangenen Tagen auf den Bergen rund um Bozen gefunden. „Mehr dürfte derzeit nicht zu erwarten sein“, weiß Rainer Ploner, Bezirksleiter des Forstinspektorats Bozen I. Entsprechend seien auch nur wenige Pilzsammler unterwegs und auch noch keine Strafen ausgestellt worden.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1343754_image" /></div> <h3> Klimawandel als Nährboden für invasive Arte</h3>Die veränderten klimatischen Bedingungen wirken sich aber nicht nur auf die Menge der Pilze aus, sondern dienen auch als Nährboden für invasive Arten. Einer von ihnen ist der grünsporige Riesenschirmling. „Er stammt aus den Subtropen und sieht dem Parasol für ungeübte Sammler zum Verwechseln ähnlich“, warnt Kob. <BR /><BR />Nach Sichtungen im Süden Italiens sei er mittlerweile auch im Friaul und den Marken gefunden worden. „Früher oder später wird er auch in Südtirol auftauchen“, ist der Pilzexperte überzeugt. Umso wichtiger ist es, die Unterschiede zum Parasol zu kennen. Während dieser einen genatterten, schlangenhautartigen Stiel und einen doppelten, beweglichen Ring besitzt, ist der Stiel des grünsporigen Riesenschirmlings glatt und sein Ring unbeweglich. Beim Anschneiden bleibt das Fleisch des Parasols weiß, jenes seines giftigen Doppelgängers verfärbt sich rötlich. <BR /><BR />Bei älteren Pilzen färben sich zudem die Lamellen grünlich. „Besonders tückisch sind junge Exemplare, deren Lamellen wie beim Parasol weiß sind“, gibt Kob zu bedenken. Wer den grünsporigen Riesenschirmling verzehrt, muss mit schweren Magen-Darm-Beschwerden rechnen.<BR /><BR />Bis er auch in Südtirol heimisch wird, beschäftigt die Pilzsammler aber vor allem ein anderes Problem: der ausbleibende Regen. Bleibt zu hoffen, dass die lang ersehnten Niederschläge nicht nur Südtirols Wasserreserven wieder auffüllen, sondern auch die heimischen „Schwammeln“ aus dem Waldboden sprießen lassen.<h3> Die beiden Pilze im Bild</h3><div class="img-embed"><embed id="1343757_image" /></div> <div class="img-embed"><embed id="1343760_image" /></div>