Heute beantwortet die 22-jährige Klara aus dem Süden Südtirols unsere Fragen. Sie studiert Psychologie in Innsbruck, geboren und aufgewachsen ist sie in Südtirol. „Vieles an Südtirol finde ich erst gut, seitdem ich nicht mehr dort lebe“, sagt sie. <BR /><b><BR />Was macht die Jugend von heute deiner Meinung nach aus? Was ist positiv an eurer Generation? <BR /></b>Klara: Das ist eine knifflige Frage. Ich denke, ein allgemeines Interesse am Weltgeschehen ist schon recht typisch für unsere Generation. Und wir machen uns generell viele Gedanken. Wir leben nicht nur im Hier und Jetzt, sondern denken auch an unsere Zukunft und das finde ich schon eher positiv. <BR /><BR /><b>Stört dich etwas an deiner Generation? Wenn ja, was? <BR /></b>K: Besonders stört mich ein gewisses Schwarz-weiß-Denken, das ich in der jüngeren Generation beobachte: Volle Aufmerksamkeit auf die Krisen, die ganze Schuld dafür den älteren Generationen in die Schuhe schieben und wir Jungen retten jetzt die Welt- aus reiner Eigeninitiative heraus, versteht sich. Ich denke, das sollte nicht so sein. Jede Generation hat und hatte schon immer eigene Herausforderungen zu bewältigen, nicht nur die unsere.<BR /><BR /><b>Stört dich etwas an den älteren Generationen? (Eltern/Großeltern) Wenn ja, was? <BR /></b>K: Manchmal habe ich das Gefühl, als junger Mensch von den älteren Generationen nicht ganz ernst genommen zu werden. Ganz getreu dem Motto: Sammle erst einmal Lebenserfahrung und werde ein paar Jahre älter, erst dann hört man dir wirklich zu.<BR /><BR /><embed id="dtext86-62892383_listbox" /><BR /><BR /><b><BR />Wie hast du die Pandemie erlebt? Wie geht es dir jetzt? <BR /></b>K: Ich hatte viel Zeit, mich auf mich selbst zu konzentrieren. Das war, wenn man bedenkt, wie der Großteil der Bevölkerung diese Zeit verbracht hat, schon schön. Aber Rückblickend betrachtet hätte besonders unsere Generation in dieser Zeit, in der sie zu Hause eingesperrt war, den Austausch mit Gleichaltrigen und Gleichgesinnten gebraucht. In einer wichtigen Phase der Persönlichkeitsentwicklung waren wir mit grundlegenden Fragen der Identitätsfindung komplett auf uns alleine gestellt und obendrein noch eingesperrt. Ich denke schon, dass das im Nachhinein zu Depressionen und Angstzuständen geführt hat.<BR /><BR /><b>Was findest du gut an Südtirol?<BR /></b>K: Paradoxerweise finde ich sehr vieles an Südtirol erst gut, seitdem ich nicht mehr in Südtirol lebe. Der hohe Lebensstandard, der Wohlstand, aber auch die vielen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Anderswo ist das alles gar nicht so selbstverständlich. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-62877129_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>Was nervt dich? Was muss sich unbedingt ändern? <BR /></b>K: Mich nervt es, wenn die Südtiroler und Südtirolerinnen nicht verstehen, wie heil die Welt in Südtirol ist. Daneben stört es mich auch, dass das volle Potenzial des Landes nicht ausgenützt wird, wie zum Beispiel in Sachen Nachhaltigkeit.<BR /><BR /><b>Wo siehst du die größten Probleme dieser Zeit (generell)? <BR /></b>K: Die vielen Krisen finde ich schon problematisch. Eine Krise folgt der nächsten. Obendrein sind diese dann noch ständig in den Medien präsent. So kann es schnell passieren, dass die Welt sehr negativ erscheint. Und wenn die Welt besonders negativ erscheint, betreiben wir gern Eskapismus und flüchten uns in eine andere bzw. Scheinwelt. Das ist auch ein Punkt, der mich besonders stört.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-62877127_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>Was wünscht du dir von Politik und Gesellschaft? <BR /></b>K: Sich etwas von der Gesellschaft zu wünschen ist schwierig. Diese ist so dynamisch und lässt sich nicht von jetzt auf gleich ändern. Was die Politik angeht, wünsche ich mir von der Südtiroler Politik weniger Populismus und dass mehr auf die Sorgen und Ängste der Jungen eingegangen wird.<BR /><BR /><b>Wie schauen deine Zukunftspläne aus? <BR /></b>K: Für die Zukunft möchte ich mein Studium abschließen. Konkret habe ich sonst nichts geplant.<BR /><BR /><b>Engagierst du dich in einem Verein oder Partei oder Organisation?<BR /></b>K: Nicht mehr.<BR /><BR /><b>Wie wichtig ist dir Umwelt- und Klimaschutz? <BR /></b>K: Sehr wichtig. Mir ist es wichtig, nachhaltig zu leben und mich in diesem Bereich zu engagieren. Ich habe manchmal den Eindruck, dass Nachhaltigkeit und bewusster Umgang mit unsere Ressourcen als anstrengender und komplizierter dargestellt werden, als sie es eigentlich sind. Nachhaltigkeit kann auch Spaß machen. Und jeder sollte sich mit einbringen.<BR /><BR /><b>Hast du bei den Landtagswahlen gewählt? <BR /></b>K: Natürlich.<BR /><BR /><b>Wie wichtig sind dir zwischenmenschliche Beziehungen?<BR /></b>K: Zwischenmenschliche Beziehungen sind mir sehr wichtig. Beziehungen zu pflegen ist wichtig,weil sie uns aus persönlichen Krisen helfen und das Leben einfach schöner machen.<BR /><BR /><BR /><b>Möchtest du mal heiraten und/oder Kinder? <BR /></b>K: Ich persönlich kann ich mir beides gut vorstellen. Das liegt aber noch weit in der Ferne. Ich habe aber relativ viele junge Menschen in meinem Umfeld, die sich das nicht gut vorstellen können, weil sie eher negativ in die Zukunft blicken. <BR /><BR /><BR /><b>Wie wichtig ist dir Social-Media? <BR /></b>K: Um ehrlich zu sein, verbringe ich schon viel Zeit auf sozialen Netzwerken. Ich habe viele Freunde in anderen Länden und dann ist das schon praktisch. Man muss sich aber auch immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass das nur ein Bruchteil der Realität ist, der dargestellt wird. Mit dem richtigen Umgang finde ich, dass Social-Media eine tolle Sache ist.<BR /><BR /><b>Benutzt du KI? <BR /></b>K: Ja. Ich muss sagen, dass mir die KI den Studienalltag erleichtert. Besonders bei Zusammenfassungen oder um Karteikarten zu erstellen, ist mir die KI ein begrüßenswertes Tool.<BR /><BR /><b>Bist du glücklich?<BR /></b>K: Ja, das bin ich.<BR /><BR />