Luis Amort, Generaldirektor der Alperia, gibt zwar Entwarnung. Ganz auszuschließen sei ein großflächiger Stromausfall aber nicht, sagt er.<BR /><BR />Der massive Stromausfall, der sich vorgestern auf der Iberischen Halbinsel ereignete, zählt zu den größten der Geschichte der Region – auch weil die genaue Ursache bislang nicht geklärt werden konnte. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/so-erlebte-eine-suedtirolerin-den-strom-blackout-in-portugal-es-herrschte-panik" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Eine Südtirolerin hat ihn live miterlebt und hat uns davon erzählt.</a><BR /><BR />Ampeln fielen aus, Züge blieben stehen, Geldautomaten versagten und auch das Internet funktionierte nicht. Viele Südtiroler stellen sich vor diesem Hintergrund die Frage: Könnte so etwas auch bei uns passieren? <BR /><BR />Der Generaldirektor des Südtiroler Energieversorgers gibt Entwarnung – zumindest teilweise. Ein derart großflächiger Ausfall sei in Südtirol eher unwahrscheinlich. Ganz ausschließen könne man es aber nicht.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-69644121_quote" /><BR /><h3> Erneuerbare Energie als Schwachstellen des Stromnetzes</h3>Potenzielle Gefahren sieht der Generaldirektor vor allem im Zuge der Energiewende. Der zunehmende Einsatz erneuerbarer Energiequellen wie Wasser-, Wind- und Sonnenkraft stelle eine große Herausforderung für das Stromnetz dar. „Statt zentraler Werke werden immer mehr kleinere Anlagen wie Windräder und Photovoltaikanlagen ins Netz eingebunden. Das macht die Stromversorgung komplexer und anfälliger“, so Amort. Hinzu komme die begrenzte Speicherkapazität. Und: Wenn kein Wind weht oder die Sonne nicht scheint, wird auch keine Energie erzeugt.<h3> Stromnetz vergleichbar mit Straßennetz</h3>Doch wie genau funktioniert unser Stromnetz eigentlich und wie kann es zum totalen Ausfall kommen? Amort vergleicht das Stromnetz mit dem Straßensystem: Die Hochspannungsleitungen würden den Autobahnen entsprechen. Sie verlaufen grenzüberschreitend und sind europaweit miteinander verbunden. Daneben gebe es die Mittelspannungsleitungen, die mit den Staatsstraßen vergleichbar sind, sowie die Niederspannungsleitungen, die den kleinen Regionalstraßen entsprechen. Die beiden letzteren würden auf regionaler Ebene als Verteilnetze agieren. <BR /><BR />Diese Spannungsnetze müssen stets im Gleichgewicht bleiben. Gerät die Spannungsfrequenz ins Schwanken und somit das sensible Gleichgewicht aus dem Lot, kann es zu weitreichenden Ausfällen kommen. <h3> Erst wenige Ausfälle in Italien</h3>In der Vergangenheit kam es laut Amort in Italien zu zwei landesweiten Stromausfällen: in den Jahren 2003 und 2006. Der letzte größere Vorfall in Südtirol ereignete sich im Jahr 2019 und betraf vor allem Teile der Stadt Bruneck. Im Vergleich zu anderen Regionen verfüge Südtirol – auch dank hoher Investitionen – über ein sehr gut ausgebautes Stromnetz. Rund 75 Prozent davon verlaufen unterirdisch.