Sonntag, 24. November 2019

Wieder Überschwemmungen in Italien – 1 Vermisster im Piemont

Es gibt zur Zeit keinen Tag ohne Regen – und ohne Wetterprobleme – in Italien in diesem November. Ad diesem Wochenende gibt es Hochwasser im Nordwesten, aber Alarm auch im Süden. Und in Venedig blickt man am Sonntag sorgenvoll auf den Abend.

Der Po hat unter anderem die Ortschaft Carde südlich von Turin überschwemmt.
Der Po hat unter anderem die Ortschaft Carde südlich von Turin überschwemmt. - Foto: © APA/afp / MARCO BERTORELLO

Der Nordwesten Italiens ist am Wochenende erneut von heftigen Regenfällen und Überschwemmungen heimgesucht worden. In den Regionen Ligurien und Piemont machten Erdrutsche viele Straßen unpassierbar. Keller, Unterführungen und Geschäftsräume wurden überschwemmt. In Ligurien waren nach Angaben der Regionalregierung 374 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. 122 weitere seien in Sicherheit gebracht worden. Außer für Teile Liguriens und Piemonts galt die höchste Alarmstufe Rot am Sonntag auch für die südliche Region Kalabrien an der Fußspitze des italienischen Stiefels.

Gefährliche Wasserstände des Po

In Turin, der Hauptstadt Piemonts, wurde am Sonntag der Marathon abgesagt, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete. Der Wasserstand des Po erreichte bedenkliche Höhen. In Sezzadio südlich von Alessandria stürzte ein Auto in den Fluss Bormida. Einer der 3 Insassen werde noch vermisst, schrieb die Feuerwehr.

In Genua hatte es bereits am Samstag vor allem im Polcevera-Tal schwere Überschwemmungen gegeben. Dies ist der Teil der Stadt, wo 2018 beim Einsturz einer Autobahnbrücke 43 Menschen ums Leben kamen. Die Autobahn A10 von Genua nach Ventimiglia an der französischen Grenze wurde am Sonntag an 2 Stellen von Erdrutschen unterbrochen, wie die Region auf Twitter mitteilte.

Schon wieder „Acqua alta“ in Venedig

Auch in Venedig stieg das Wasser am Sonntag wieder und erreichte am Vormittag 130 Zentimeter über dem normalen Meeresspiegel. Am 12. November hatte ein Hochwasser von 187 Zentimetern schwere Schäden in der Lagunenstadt angerichtet.


Am Sonntagabend sollte die Oper La Fenice mit einer Premiere von „Don Carlo“ von Giuseppe Verdi wieder eröffnen. Dort hatte das Hochwasser Mitte November Schäden von zwei Millionen Euro hinterlassen, wie die Zeitung „La Repubblica“ schrieb. Für den Abend wurde ein Hochwasserstand von 120 Zentimetern erwartet.

dpa