Donnerstag, 10. Juni 2021

Wien: Baby vom Vater geschüttelt und nun in Lebensgefahr

Ein 31-jähriger Vater soll in Wien sein 2-einhalb Monate altes Baby dermaßen geschüttelt haben, dass das Kind nun in Lebensgefahr schwebt. Die 22-jährige Mutter habe die Tat beobachtet, aber nicht eingegriffen. Die Eltern leugneten die Misshandlung zunächst, wurden aber später festgenommen und zeigten sich geständig. Die Familie wurde von der Kinder- und Jugendhilfe betreut, Hinweise zu einer akuten Gefährdung habe es nicht gegeben.

Das Baby wurde mit dem Hubschrauber ins Spital geflogen.
Das Baby wurde mit dem Hubschrauber ins Spital geflogen. - Foto: © APA (Symbolbild) / ROBERT JAEGER
Die Misshandlung des Kindes ereignete sich schon am vergangenen Freitag, dem 4. Juni, in einer Wohnung im 23. Bezirk Liesing. Laut Polizei dürfte der Vater das Baby mehrmals geschüttelt haben, um es „ruhig zu stellen“. Das kleine Mädchen erlitt dabei „massivste Verletzungen“, sagte der Polizei-Sprecher am Donnerstag. Wer die Rettungskräfte informiert und Hilfe geholt hat, war vorerst unklar.

Eltern stritten Gewaltanwendung zunächst ab

Das Mädchen wurde mit dem Hubschrauber ins Spital gebracht. Die behandelnden Ärzte verständigten die Polizei. Bei den Eltern handelt es sich um österreichische Staatsbürger. Das Paar wurde daraufhin einvernommen, stritt jedoch laut Polizei-Aussendung vorerst jegliche Gewaltanwendung ab.

Am gestrigen Mittwoch wurde das Paar schließlich auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien festgenommen. Die Festnahme erfolgte durch Beamte des Landeskriminalamts Wien, Außenstelle Süd, unter Beiziehung der WEGA. Bei ihrer weiteren Einvernahme zeigten sich die Eltern schließlich geständig. Das kleine Mädchen befindet sich in Spitalsbehandlung und kämpft um sein Leben.

Die Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MA 11) kennt die Eltern bereits: „Wir haben die Familie gekannt und betreut.“ Es habe sich um eine finanzielle Beratung im Zuge einer Delogierungsverhinderung gehandelt, außerdem gab es Beratungen zu Themen rund um die Geburt. Involviert waren dabei Sozialarbeiter, -pädagogen, Ärzte und Hebammen. Die MA 11- Sprecherin betonte dabei: „Es haben sich keine Hinweise zu einer akute Gefährdung des Kindes gezeigt.“ Andernfalls wären umgehend Sofortmaßnahmen zum Schutz des Kindes umgesetzt worden, betonte sie.

Die Kinder- und Jugendhilfe sei „zutiefst betroffen“, führte die Sprecherin weiters aus. Man werde die „furchtbaren Geschehnissen“ fachlich aufarbeiten, um für zukünftige Fälle Lehren zu ziehen. Geschwister im Haushalt dürfte das Baby nicht gehabt haben, der MA 11 ist diesbezüglich nichts bekannt.

apa