Mittwoch, 24. April 2019

Wien: Kindergartenkinder in Waschraum gesperrt

Gegen einen Kindergarten in Wien-Meidling sind schwere Vorwürfe erhoben worden: Laut der Tageszeitung „Presse” sollen Kleinkinder in einen Waschraum geschickt - oder sogar gesperrt - worden sein. Die verantwortlichen Pädagoginnen seien mittlerweile entlassen worden. Die zuständige Wiener Kinder- und Jugendhilfe bestätigte der APA den Fall. Sie leitete ein Ermittlungsverfahren ein.

In Wien sollen Kindergartenkinder in den Waschraum gesperrt worden sein. - Foto: APA/dpa/Symbolbild
In Wien sollen Kindergartenkinder in den Waschraum gesperrt worden sein. - Foto: APA/dpa/Symbolbild

Die 6 bis 8 Kinder, die in den Waschraum geschickt worden sein sollen, seien so klein, dass sie noch nicht reden können, hieß es im „Presse”-Artikel. „Wir haben das nur erfahren, weil ein älterer Vorschulbub das beobachtet und zu Hause erzählt hat. Mein Kind spricht noch nicht, aber ich habe schon im Jänner gemerkt, dass es sich verändert hat. Es schläft nur noch bei Licht, schreit, wenn man die Klotür schließt, und hat seine Fröhlichkeit verloren”, wurde eine betroffene Mutter zitiert.

In dem Artikel bestätigte der Geschäftsführer des Kindergartenbetreibers „Kinder in Wien” (Kiwi), Thomas-Peter Siegl, die Vorwürfe. „Ich bedaure diesen Vorfall sehr. Es ist korrekt, dass zwei Pädagoginnen in einer emotionalen Ausnahmesituation im Einzelfall Kinder in den Waschraum geschickt haben. Laut Pädagoginnen soll die Tür dabei offen gewesen sein, aber auch das geht nicht. Das ist ein pädagogisches Fehlverhalten, weshalb wir arbeitsrechtliche Konsequenzen gezogen haben”, wurde er in der „Presse” zitiert. Die beiden verantwortlichen Pädagoginnen seien mittlerweile entlassen worden.

Überdies sei eine Kinderpsychologin mit dem Fall betraut worden. Siegl habe von 8 Familien gehört, die betroffen sein sollen. 6 davon hätten sich bei Kiwi gemeldet, 5 die angebotene psychologische Hilfe in Anspruch genommen. Siegl geht laut „Presse” davon aus, dass es sich um 2 Einzelfälle handelt. Personalmangel gebe es am Standort keinen.

Laut einer Sprecherin der Kinder- und Jugendhilfe wurde das pädagogische Fehlverhalten der beiden Pädagoginnen vom Kindergartenbetreiber „Kinder in Wien” (Kiwi) selbst der Behörde gemeldet. Als Konsequenz leitete das Amt ein Ermittlungsverfahren ein. Im Zuge dessen wird u.a. mit Eltern, der Leitung und den Mitarbeitern im Kindergarten gesprochen.

apa

stol