Mittwoch, 09. November 2016

Wien: „Miniatur Tirolerland“ eröffnet am Freitag

In die Nordtiroler Berge haben es die Wiener künftig nicht mehr weit: Am Freitag eröffnet in der Franzensgasse in der Nähe des Naschmarkts das „Miniatur Tirolerland“. Im Maßstab 1:87 wurden Landschaften und Szenen nachgebaut, die an das westliche Bundesland erinnern sollen - auch ein Südtirolbezug ist gegeben. Ziel des Betreibers Wolfgang Pröhl ist es, eine neue Freizeitattraktion in der Bundeshauptstadt zu etablieren.

In Wien steht nun ein „Miniatur Tirolerland“.
In Wien steht nun ein „Miniatur Tirolerland“. - Foto: © APA

Berge, Almen, Bauernhöfe, Bahnhöfe, Skipisten und sogar ein Kirchtag mit Ringelspiel und Riesenrad: Viereinhalb Jahre haben sechs Modellbauer und freiwillige Helfer an der Erschaffung der detailreichen Miniatur-Landschaft gefeilt. Die Idee zum Mini-Tirol kam Pröhl, er ist auch Reisefotograf und Messeveranstalter, auf „ganz verrückte Art und Weise“, wie er erzählte.

Pröhl war gerade auf einer Expedition mit dem Schlauchboot von San Francisco nach Alaska unterwegs: „Drei Monate, 6.000 Kilometer Pazifikküste. Da hat man viel Zeit nachzudenken. Da ist mir die Idee gekommen, so etwas wie eine Modelleisenbahn zu machen – riesengroß, wo die Bahn aber gar nicht so wichtig ist, sondern alles rundherum.“

Ein "Mini-Goldenes Dachl" - Foto: apa

"Mini-Tirol" umfasst unter anderem 1000 Gebäude und 21000 Figuren

Gesagt, getan. So schufen Pröhl und seine Helfer eine beeindruckende Miniaturlandschaft, mit mehr als 1000 Gebäuden, 5.000 teils handgefertigten Bäumen, 21.000 Figuren und vielen Bergen.

„Es ist eine Fantasielandschaft, die aber in Tirol sein könnte.“ Für das Bundesland entschied er sich ob des guten Images: „Man verbindet damit auch gutes Essen, Urlaub, Freizeit, Sport, gesunde Luft, die Berge. Und das ist alles das, was wir auch mögen. Und wir Wiener lieben sowieso Tirol.“

Auch Reschensee abgebildet

Die Modellregion erstreckt sich über drei Räume und wurde mit viel Liebe zum Detail gefertigt. Es tummeln sich viele Szenen, überall gibt es Neues zu entdecken: Autos kurven auf den kleinformatigen Straßen, Züge brausen über die Schienen. Auf der Alm schwingt ein Bauer seine Sense, ein Stück weiter eine Winterlandschaft mit großem Open-Air-Konzert, ein Tirolerländer Bergkirchtag, ein Stau auf der Autobahn, eine Demonstration für „Rente mit 30“ in der Innenstadt - und auch der Reschensee ist abgebildet.

Außerdem ändern sich Landschaft und Szenerie laufend – abhängig davon, ob gerade Tag oder Nacht ist. Besonders lange haben die Bastler an der richtigen „Lichtstimmung“ für die Winterlandschaft und in einem weihnachtlich dekoriertem Dorf gearbeitet, wie Pröhl erzählte. Denn diese sollte möglichst originalgetreu wirken.

Kostenpunkt: 250.000 Euro

Apropos originalgetreu: Es wurden auch Sehenswürdigkeiten nachgebaut, die es in Tirol tatsächlich gibt: die Hahnenkamm-Bahn, das Goldene Dachl in Innsbruck, die Kirche im Reschensee oder die Kirche in Telfs.

Neben Zeit steckten die Modellbauer auch viel Geld in das Projekt: Bisher waren es rund 250.000 Euro – vor allem Materialkosten. Für die Arbeitsstunden mussten angesichts der freiwilligen Helfer nichts bezahlt werden. 150.000 Euro wurden über Sponsoren finanziert. Würde jemand ein „Miniatur Tirolerland“ bei sich zu Hause nachbauen lassen wollen, müsste er tiefer in die Tasche greifen. Dies würde um die 600.000 Euro kosten, schätzte Pröhl.

Leute zum Staunen bringen

Sein Ziel ist, mit dem „Miniatur Tirolerland“ eine neue Freizeitattraktion in Wien zu schaffen. „Wir wollen die Leute zum Staunen bringen“, hoffte er. Am Freitag wird die kleinformatige Welt um 11.00 Uhr offiziell eröffnet. Ab dann ist das kleine Erlebnisareal von Freitag bis Sonntag, von 10.00 bis 17.00 Uhr, geöffnet. Erwachsene zahlen 10 Euro Eintritt, Kinder 6 Euro.

apa

stol