Wien sei zwar „eine der sichersten Metropolen weltweit“, erklärte Ludwig. Dennoch wolle man „genau dorthin schauen, wo wir den Eindruck haben, dass die Bevölkerung entweder ein subjektives Unsicherheitsgefühl hat oder tatsächlich auch merkbar unangenehme Situationen eintreten“. Das sei beim Westbahnhof der Fall. „Es soll dort das Sicherheitsgefühl gestärkt werden und die Aufenthaltsqualität verbessert werden, indem dort Alkoholiker, die dort zum Teil auch aggressives Verhalten an den Tag legen, stärker kontrolliert werden und ihnen der Aufenthalt verunmöglicht wird“, sagte Ludwig.<BR /><BR />Vom Alkoholverbot im Bereich des Westbahnhofs sind Gastgewerbebetriebe allerdings ausgenommen. Die Verbotszone stelle nun neben sozialarbeiterischen sowie infrastrukturellen eine weitere Maßnahme rund um den Bahnhof dar. Alkoholkonsumverbotszonen bestehen in Wien bereits am Franz-Jonas-Platz in Wien-Floridsdorf und dem Praterstern in Wien-Leopoldstadt.<BR /><BR />Die Schutzzone rund um den Fritz-Imhoff-Park und seinem Kinderspielplatz wird ebenfalls am 8. Mai eingerichtet und soll besonders Minderjährige schützen. Die Maßnahme habe das Ziel, den „verfestigten Drogenhandel rund um die U-Bahn-Station Gumpendorfer Straße nachhaltig zu bekämpfen“, hieß es in einer Aussendung der Stadt. Die Schutzzone ermöglicht es der Polizei, leichter ein Betretungsverbot auszusprechen, wenn davon auszugehen ist, dass die betreffende Person strafbare Handlungen - wie etwa einen Verstoß gegen das Suchtmittelgesetz - begehen werde. „Das Nutzen des öffentlichen Raums für Drogenkonsum oder Drogenhandel wird in diesem Bereich spürbar eingeschränkt werden durch strengere Kontrollen und eine bessere Handhabe durch die Wiener Polizei“, sagte Ludwig. Der Zugang zu Versorgungsangeboten bleibe für Abhängige aber ausdrücklich gewährleistet, betonte die Stadt.<BR /><BR />Hinzu kommt, dass der Park häufiger gereinigt wird und mehr Entsorgungsmöglichkeiten bereitgestellt wurden, insbesondere für Drogenspritzen. „Diesen Park haben wir mittlerweile eingezäunt, der wird auch am Abend bei Einbruch der Dunkelheit zugesperrt“, erklärte Ludwig. Denn: „Wir haben bemerkt, dass es dort eine starke Konzentration an Personen gibt, die entweder selbst handeln oder Drogen konsumieren.“ Oberste Prämisse sei es, Kinder und Jugendliche zu schützen. „Es ist keineswegs erfreulich, sondern es ist geradezu gefährlich, wenn Kinder in einem Park spielen und dort Suchtmittelutensilien, wie Bestecke, aber auch Spritzen vorfinden“, pflichtete Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl bei. Er sei zuversichtlich, dass die Maßnahme Wirkung zeige. Aber: „Man darf natürlich nicht erwarten, dass das von einem Tag auf den anderen sofort den vollen Erfolg bringt.“ Die Schutzzone müsse sich erst herumsprechen. Nicht zu verwechseln ist die Schutzzone mit Waffenverbotszonen, wie sie für den Bereich Yppenplatz in Wien-Ottakring und für den Praterstern in Wien-Leopoldstadt sowie Reumannplatz samt Keplerplatz in Wien-Favoriten gelten.<BR /><BR />Die U-Bahn-Station Gumpendorfer Straße liegt auch im Fokus der Wiener Linien. Sie ist die einzige U-Bahn-Station Wiens mit einem fixen Sicherheitsstandposten. Auch die Polizei ist verstärkt präsent, etwa in einem mobilen Arbeitscontainer. Zusätzlich wurden Sitzbänke entfernt und nicht genutzte Durchgänge vergittert. Um das Sicherheitsgefühl zu erhöhen, wurde zudem die Beleuchtung am Gürtel ausgebaut.<BR /><BR />Weiters sind kleinteiligere Maßnahmen zur Suchthilfe geplant, die vor allem darauf abzielen, die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Ärzten und Behörden auf der einen Seite und Suchtkranken auf der anderen zu verbessern. Zudem sollen mobile Teams, die Suchtkranke und psychisch Kranke in der Hauptstadt unterstützen, ausgebaut werden.<BR /><BR />Ein weiteres Problem sei der Missbrauch von Substitutionstherapien. Dabei würden „Mittel, die einem selber zugeschrieben werden, für den Suchtgifthandel verwendet“, erläuterte der Bürgermeister. Hier wünsche sich Wien mehr Unterstützung vom Bund, wie etwa mehr Rechtssicherheit und Therapieangebote in anderen Bundesländern. „Das würde sehr helfen, wenn hier nicht Wien den Großteil der Herausforderungen schultern würde“, schloss Ludwig. Denn dieser Missbrauch ziehe Menschen aus anderen Bundesländern in die Hauptstadt, erläuterte Pürstl: „Es hat sich da ein gewisser Anziehungspunkt entwickelt. Und das Traurige an der Sache ist, dass das Geld, das mit diesem Handel lokalisiert wird, zum Teil dann in den Konsum stärkerer Drogen fließt.“