Dienstag, 02. Februar 2021

Wieviel Covid-Intensiv-Plätze hat Südtirol wirklich?

Nachdem die Krankenhäuser in Südtirol derzeit wieder stärker unter Druck geraten und die Landesregierung ihre Entscheidungen nicht anhand der Neuinfektionen, sondern anhand der Situation in den Krankenhäusern trifft, wollte STOL wissen, wie viele Covid-Intensivbetten effektiv zur Verfügung stehen, also nicht nur wie viele freie Betten und die dazugehörigen Maschinen vorhanden sind, sondern ob Südtirol genügend geschultes Personal zur Verfügung hat, um diese auch zu „bespielen“? Landesrat Thomas Widmann antwortete im Rahmen einer Pressekonferenz auf unsere Frage.

Landesrat Thomas Widmann antwortete im Rahmen einer Pressekonferenz auf unsere Frage. - Foto: © stol
Wie wir mittlerweile alle wissen, ist die Betreuung von Covid-Intensivpatienten sehr aufwendig und dauert oft mehrere Wochen.

Dafür braucht es nicht nur ein Bett und verschiedenstes medizinisches Equipment, sondern vor allem auch geschultes Personal, um die Patienten bepflegen zu können. Und das ist auch hierzulande knapp. Derzeit steigen nicht nur die Zahl der Covid-Patienten auf den Normalstationen, sondern auch jene der Intensivpatienten. Stand gestern waren es 34. Wie viele dieser lebensbedrohlich kranken Coronapatienten kann Südtirol angemessen betreuen?

Widmann beantwortet die Frage wie folgt: „Es ist ein schwieriger Mechanismus, wir haben einen sogenannten dynamischen Bettenplan. Wir können ja nicht jetzt schon die 77 bis maximal 100 Betten und Maschinen, die wir zur Verfügung haben, mit Personal für Covid-19-Intensiv ausstatten, denn das hieße ja, dass die anderen Tätigkeiten und Leistungen des Gesundheitssystem zum Erliegen kommen würden. Das ist nicht so und ist nicht sinnvoll. Vielmehr wollen wir den normalen Dienst, wie Operationen oder wichtige onkologische Versorgung, so lang wie möglich aufrecht erhalten, immer limitiert. Da ist ja schon Druck, wenn nur ein Covid-Patient zu versorgen ist. Denn es ist einfach eine Veränderung, organisatorisch ein riesen Aufwand und eine große Belastung.

Derzeit zählen wir beständig 30 bis 34 Intensivpatienten, da entsteht Routine. Wenn wir aber wie im Herbst zuerst 23 Patienten haben und die Zahl innerhalb einer Woche auf 43 steigt, ohne wieder zu sinken, gibt es Alarm. Denn dann kommen wir schnell auf 77 Patienten, die wir relativ schnell bespielen können, im Extremfall bis zu 100. Das ist dann aber natürlich abhängig von verfügbaren Ressourcen. Je mehr Covid-Patienten, desto mehr Personal muss von anderen Bereichen abgezogen werden. Und das ist dann äußerst schlecht fürs Gesundheitssystem.

Deshalb wird dies natürlich erst nach und nach je nach Bedarf gemacht. Man versucht so gut wie möglich das Gleichgewicht zu halten. Wenn es aber ganz klare Indizien gibt, dass die Zahl der Intensivpatienten weiter steigt, wird es einen schnellen und sehr harten Lockdown geben, um die Zahlen wieder ins Reine bringen.“

Und so wurde es auch am Dienstag in der Sitzung der Landesregierung entschieden.

vs