Freitag, 09. Oktober 2015

Wieviele Psychologen braucht das Land?

Anlässlich der erstmaligen Verleihung des Diplomes „Psychologe des Jahres“ hat Generaldirektor Thomas Schael am Freitag die Gelegenheit wahrgenommen, die Ausrichtung des Sanitätsbetriebes in Sachen Nachbesetzungen und Neueinstellungen von Psychologen zu erläutern.

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Im Sommer dieses Jahres hatte die Ankündigung des Generaldirektors, vorerst keine Psychologen in den Diensten des Betriebes nachzubesetzen, für Aufruhr gesorgt.

Dabei habe es sich jedoch nicht um einen grundsätzlichen Aufnahmestopp gehandelt: Der Sanitätsbetrieb hatte sich - angesichts von 137 Vollzeitstellen für Psychologen im Betrieb – gewissermaßen selbst eine „Nachdenkpause“ verordnet.

Innerhalb Oktober 2015 sollte genauestens überprüft werden, wo und in welchen Arbeitsfeldern Psychologen im Sanitätsbetrieb arbeiten und welches Leistungsspektrum in welchen Bereichen (zum Beispiel Schulpsychologie) angeboten wird. Fakt ist, dass mit 137 Vollzeitäquivalenten der Betrieb weit mehr Psychologen beschäftigt als nationale Kennzahlen erwarten ließen, heißt es in einer Aussendung des Sanitätsbetriebes am Freitag.

Ergebnisse der Analyse liegen vor: 

Die Ergebnisse der Untersuchung liegen nun vor. In den unterschiedlichen Fachabteilungen, wie den Diensten für Psychiatrie, den Diensten für Abhängigkeitserkrankungen, der Kinder- und Jugendneurologie und - psychiatrie, dem Therapiezentrum Bad Bachgart und anderen gibt es insgesamt 63 Vollzeitkräfte.

In den Psychologischen Diensten der Krankenhäuser und des Territoriums arbeiten dagegen 74 Vollzeit-Psychologen , die rund die Hälfte der Leistungen im Rahmen der schulpsychologischen Beratungstätigkeit und als „externe“ Dienstleister (104er und 170er Gesetz) erbringen.

Für Generaldirektor Dr. Thomas Schael heiße dies, dass einerseits – trotz der hohen Personaldichte - in den Psychologischen Diensten Nachbesetzungen mit Augenmaß vorgenommen werden, zum anderen aber auch, dass dringend nach klareren und schlüssigeren Organisationsformen gesucht werden müsse: „Es ist zu fragen, ob beispielsweise die Schulpsychologen nicht direkt im Schuldienst angesiedelt werden sollten. Dadurch wäre die Leistungserfassung und Auftragssituation schlüssiger“.

Auch intern sieht Generaldirektor Thomas Schael Optimierungsbedarf: „In den einzelnen Fachabteilungen und Diensten, die in ihrem Stellenplan fix Psychologen vorgesehen haben, müssen wir Leistungsspektrum und Angemessenheit strikt hinterfragen. Es könnte auch sein, dass es sinnvoller ist, mehr über Konsulenztätigkeit zu arbeiten als fixe Stellen zu führen.“

stol

stol