Donnerstag, 07. Mai 2015

Wildbachverbauung pflanzt 60.000 heimische Bäume und Sträucher

Derzeit setzen Arbeiter des Sonderbetriebs für Bodenschutz, Wildbach- und Lawinenverbauung der Landesabteilung Wasserschutzbauten junge Pflanzen entlang der Ufer von Bächen und Flüssen. Herangezogen wurden die Pflanzen im betriebseigenen Pflanzgarten.

Die Landesabteilung Wasserschutzbauten führt Bepflanzungsaktionen oft auch gemeinsam mit Schulen durch, um das Bewusstsein im Hinblick auf Vegetation und Fließgewässer zu bilden.
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Die Landesabteilung Wasserschutzbauten führt Bepflanzungsaktionen oft auch gemeinsam mit Schulen durch, um das Bewusstsein im Hinblick auf Vegetation und Fließgewässer zu bilden.

Jährlich werden rund 60.000 heimische Laubgehölze produziert und an über 60 verschiedenen Baustellen der Wildbach- und Lawinenverbauung eingesetzt. Die Vermehrung der Pflanzen erfolgt vor allem über Samen und bei einigen Pflanzenarten auch über Stecklingsmaterial.

In den vergangenen Wochen haben die Arbeiterinnen und Arbeiter des Pflanzgartens von Prad und Prettau die Pflanzen aus den Beeten gerodet und in eine Kühlzelle zur Lagerung gegeben.

Mit den Bepflanzungen entlang der Ufer von Bächen und Flüssen trägt die Wildbachverbauung dazu bei, dass artenreiche strukturierte Ufergehölzbestände entstehen können, weist Abteilungsdirektor Rudolf Pollinger hin. Ufergehölze sind Verbindungsglied zwischen Gewässer und Umland, dienen als Pufferstreifen und schützen die Gewässer vor Einträgen von Schadstoffen.

Ufergehölze beschatten das Gewässer, wirken regulierend auf die Wassertemperatur und sorgen mit dem Laubeintrag für Nahrung für viele Kleinlebewesen. Ein weiterer Verwendungszweck der Pflanzen sind ingenieurbiologischen Bauweisen zur Hang- und Ufersicherung, bei denen Pflanzen als lebende Baustoffe eingesetzt werden: Mit den Wurzeln festigen die Pflanzen den Boden und verringern Erosionen. 

Unter den 41 verschiedenen Pflanzenarten, erklärt der verantwortliche Koordinator Willigis Gallmetzer, finden sich auch einige Raritäten: So werden etwa über 100 Stück der vom Aussterben bedrohten Deutsche Tamariske an geeigneten Standorten wiederangesiedelt, Dotterweiden bereichern als künftige Kopfweiden das Landschaftsbild ebenso wie Maulbeerbäume als alte Kulturbaumart, blühende Salweiden dienen im Frühjahr durch die frühe Blüte als begehrtes Bienenfutter, und die zahlreichen Heckenpflanzen liefern im Herbst Beeren als Futter für die Vögel.

Auch etwa 1000 Stück des Feldahorns wurden herangezogen und können nun ausgepflanzt werden; der Feldahorn ist heuer in Deutschland der "Baum des Jahres".

stol