Mittwoch, 27. Mai 2015

Wilderei und Drogen: Sozialarbeit für Vater und Sohn

Nachdem im Dezember 2014 ein Mann bei Prad der Wilderei bezichtigt wurde, schnappten die Ordnungshüter gleichzeitig dessen Sohn, der Drogen in seinem Besitz hatte. Beide müssen nun Sozialstunden abarbeiten.

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Foto: © shutterstock

Der Vater war gemeinsam mit einem weiteren Mann bei Prad gefasst worden und angezeigt: Man hatte unangemeldete Gewehre sowie Nachtsichtgeräte in ihrem Fahrzeug gefunden.

Anschließende Hausdurchsuchungen brachten ans Licht, dass die beiden eine regelrechte illegale Metzgerei geführt hatten: Die Beamten fanden über 100 Kilogramm Wildfleisch sowie frisch erlegte Tiere in einer Kühlzelle.

Während einer der beiden Männer bereits im März einem Vergleich von zwei Jahren bedingter Haft zustimmte, forderte der zweite eine Probezeit vor Gericht an.

Dabei wird auf einen Prozess und somit auf ein Urteil verzichtet, die Haftstrafe wird in Sozialstunden umgewandelt. Nach Ableistung der Probezeit erlischt die Straftat vollständig, die Akten werden gelöscht. Die Probezeit kann jedoch nur einmal im Leben angefordert werden.

Am Mittwoch legte Richter Walter Pellino die Dauer der Probezeit für den Wilderer fest: Er muss - statt sechs Monaten Haft - 360 Stunden Sozialarbeit leisten.

Ebenfalls mit dem Gesetz in Konflikt geriet nach der Hausdurchsuchung im Dezember der 21-jährige Sohn des Mannes: Es wurden 100 Gramm Marihuana in seinem Besitz gefunden.

Auch der Sohn entschied sich für die Probezeit: Er muss 486 Stunden abarbeiten, das entspricht einer Haftstrafe von acht Monaten.

liz

stol