„Es geht hier nicht um ein Verhindern und auch nicht um Neid, sondern einzig darum, dass sich alle an die bestehenden Regeln zu halten haben. Letztlich ist das auch im Interesse aller, denn Auswüchse fallen auf uns alle zurück.“ Wenn Thomas Rinner, Präsident der Vereinigung der Südtiroler Campingplatzbetreiber, über die Problematik des Wildcampens spricht, merkt man schnell, dass sich so einiges angestaut hat. <BR /><BR />Er ist selbst Betreiber eines Campingplatzes in Latsch, er kann alle diesbezüglich relevanten Gesetzespassagen zitieren und er bekräftigt seine Kritik mit einer Reihe von Beispielen. <BR /><BR />„Das Problem ist mehr oder weniger in ganz Südtirol augenscheinlich – überall dort, wo Südtirol besondere landschaftliche Reize zu bieten hat, lassen sich Auswüchse beobachten“, sagt er. Dabei kritisiert er nicht nur die in seinen Augen allzu laschen Kontrollen bei klassischem Wildcampen, sondern auch die gängige Praxis, besonders günstige Stellplätze auszuweisen, die nicht über die vom Gesetz vorgeschriebene Lizenz verfügen würden. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="923989_image" /></div> <BR /><BR /><BR />„Natürlich spricht sich das in den einschlägigen Foren herum, natürlich machen sich dann dort die Camper breit. Aber wir haben in Südtirol das Wohnmobil-Stellgesetz, das es jeder Gemeinde erlaubt, einen offiziellen Wohnmobil-Stellplatz auszuweisen, diesen dann auch an private Betreiber weiterzugeben und somit regelkonform zu kassieren“, erklärt Rinner. Letzthin seien einfach zu viele derartige Einrichtungen entstanden, wobei die Behörden – in diesem spezifischen Fall die Gemeindepolizei – ihre Kontrolltätigkeit getrost verstärken könnten. <BR /><BR />Wie berichtet, war die <a href="https://www.stol.it/artikel/wirtschaft/campingbetreiber-auf-den-barrikaden-strenger-gegen-wild-camper-vorgehen" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Problematik des illegalen Campens</a> in der vergangenen Woche Thema einer Aussprache zwischen Rinner, Gemeindenverbandspräsident Andreas Schatzer, Tourismuslandesrat Arnold Schuler und dem Landtagsabgeordneten Helmut Tauber gewesen. Schuler und Schatzer bekräftigten ihre Absicht, die Problematik anzupacken, allerdings seien Kontrollen aufgrund fehlender Meldepflichten nicht ganz so einfach durchzuführen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-60655847_quote" /><BR /><BR />Das bestätigte Schatzer: „Man tut sich schwer zu strafen, wenn ein Camper auf einem Parkplatz regelkonform steht, dasselbe gilt auch für einen Aufenthalt an einem Gasthof oder Buschenschank. Allerdings hat sich auch das Phänomen der nicht ganz legal betriebenen Campingplätze verstärkt. Die betroffenen Gemeinden haben wir bereits vorgewarnt und werden nicht lockerlassen. Mit Ausreden werden wir uns nicht länger zufriedengeben.“<BR /><BR />Von Ausreden spricht auch Thomas Rinner. Was Meldepflicht und Übernachtungen anbelange, sei die Materie klipp und klar vom 109er-Staatsgesetz (Einheitstext zur öffentlichen Sicherheit) geregelt und von Artikel 44 des spezifischen Landesgesetzes, wonach alle Beherbergungsbetreiber verpflichtet sind, Gäste zu registrieren und zu melden. Deshalb will er die Begriffe „rechtliche Grauzone“ und „Interpretationssache“ nicht gelten lassen. Natürlich könne man niemanden das gute Recht verweigern, nach langen Fahrten eine Rast einzulegen, aber das sei etwas völlig anderes als eine oder mehrere Nächte im Wohnmobil an dafür nicht geeigneten bzw. vorgesehenen Stellen zu verbringen. <BR /><BR />Rinner bringt die gängige Praxis aus den Niederlanden – gemeinhin als Camping-Nation bekannt – als Beispiel ins Spiel, wonach illegale Camper von der Polizei zu den regulären Stellplätzen gebracht würden und dann wegen ihrer Vergehen die doppelte Campingplatzgebühr bezahlten müssten.<h3> Sündteure Wohnmobile – minimale Gebühren</h3>„Es geht hier natürlich auch um Umweltschutz und Nachhaltigkeit, denn niemand kann ein Interesse an vermüllten Plätzen haben, und natürlich benötigen die Camper auch Strom, Wasser und sanitäre Anlagen“, gibt Rinner zu bedenken. <BR /><BR />Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass bereits für die Standard-Campingmodelle Summen von mehr als 100.000 Euro hingeblättert werden, die teuersten übersteigen locker die Grenze von einer Million. Den Campern selbst geht es aber oftmals um ein authentisches Naturerleben, um das Gefühl von Abenteuer und Unabhängigkeit. „Ihnen mache ich wirklich keinen Vorwurf, es liegt an uns und unseren Verwaltern, Auswüchse zu unterbinden“, schließt Rinner.<BR />