Ein bisschen erinnert die Szenerie an einen Ritter hoch zu Ross, ein bisschen schwingt die Sorge mit, ob er den „Ausritt“ wohl hoffentlich ohne Sturz übersteht, doch grundsätzlich strahlt der elegante Pedalritter Erhabenheit aus. <BR /><BR />Die groteske Kombination aus riesigem Vorderrad mit dem winzigen Hinterrad scheint eher für den Zirkus als für die Fortbewegung gedacht, und doch: Mit dem etwas Geschick lässt sich ein Hochrad gut fahren. „Ich war damit schon bei vielen Gelegenheiten unterwegs, man kommt auch problemlos Steigungen hoch und kann Abfahrten meistern“, führt Trettl, langjähriger Eppaner Bürgermeister, aus. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1302699_image" /></div> <BR />Nota bene: Steigungen ohne Gangschaltung und Abfahrten ohne Bremse. So ist er mit seinem Hochrad beispielsweise an einem autofreien Mendel-Radtag die halbe Mendelpassstraße bis nach Matschatsch hochgestrampelt oder hat so manchen Ausflug zum Andrianer Radtag unternommen. Was an puren Wahnsinn grenzen mag, funktioniere mit etwas Übung problemlos, man müsse sich nur an die Eigenheiten gewöhnen und vorausschauend fahren. Die Pedale sind über eine Starrachse mit dem Vorderrad verbunden, was bedeutet: Je größer das Vorderrad, desto mehr Strecke legt man mit einer Pedalumdrehung zurück. „Mit einem Mal treten sind es bei mir 4,5 Meter“, weiß Wilfried Trettl.<BR /><BR /><b>Im Jahr 1997 um eine Stange Geld erworben</b><BR /><BR />Wie bloß kommt er zu dieser antiquierten Kuriosität? Ihre Hochphase hatten Hochräder schließlich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, danach wurden sie abrupt vom massentauglichen Sicherheitsniederrad mit Kettenantrieb abgelöst. Er erzählt: „Ein Bekannter meiner Frau meinte, ich sei ein Typ für ein Hochrad, ich solle es doch mal probieren. Das hat mich gepackt, also habe ich im Jahr 1997 ein Exemplar aus der Schweiz erworben. Gekostet hat es dreieinhalb Millionen Lire, aber das war mir der Spaß wert.“ Noch gut in Erinnerung hat er den ersten Versuch. Wie bloß soll man da raufklettern und losfahren? Und vor allem absteigen? Tatsächlich muss man sich hochmanövrieren, während das Teil in Bewegung ist. Ähnlich funktioniert der Abstieg. Wenn man den Dreh erst mal raushat, gehe es einfacher als erwartet. „Gestürzt bin ich damit noch nie“, versichert Trettl, der grundsätzlich gerne Rad fährt und als Bürgermeister einige Impulse – etwa E-Bikes zur Miete für Pendler – zur Fahrradmobilität beigetragen hat. Nur als Hochradfahrer ist er einer von ganz Wenigen.