Mittwoch, 26. September 2018

Willkommenswoche 2018: Das Gemeinsame im Vordergrund

Vom 29. September bis zum 7. Oktober findet in der gesamten Region Trentino-Südtirol zum 4. Mal die Willkommenswoche statt. Thematisiert wird, wie unsere Gesellschaft mit Menschen umgeht, die auf Hilfe angewiesen sind. Am Mittwoch wurde die Willkommenswoche 2018 vorgestellt.

Vom 29. September bis zum 7. Oktober findet in der gesamten Region Trentino-Südtirol zum 4. Mal die Willkommenswoche statt. - Foto: DLife
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Vom 29. September bis zum 7. Oktober findet in der gesamten Region Trentino-Südtirol zum 4. Mal die Willkommenswoche statt. - Foto: DLife

In einer Zeit, wo das „America first“ weltweit Schule macht, will die Willkommenswoche das Gemeinsame in den Vordergrund stellen. Das „Willkommen“ bezieht sich dabei auf eine Gesellschaft, die offen ist für alle Menschen, diese aufnimmt und diesen entgegenkommt, auch – und gerade - wenn sie verletzlich, fragil und auf die Unterstützung durch die Gemeinschaft angewiesen ist.

Kultur der Gastfreundschaft

Auch Südtirol hat eine tief verwurzelte Kultur der Gastfreundschaft und der Solidarität, die in allen gesellschaftlichen Bereichen ersichtlich wird: im Dorf- und Vereinsleben, im Tourismus und auch in den sozialen und freiwilligen Diensten zu Selbsthilfe und zur Wohlfahrt. 

Promotoren der Initiative sind das Netzwerk CNCA Trentino-Alto Adige (Coordinamento nazionale comunità di accoglienza), das in Südtirol vom Dachverband für Soziales und Gesundheit unterstützt wird. 

Heuer beteiligen sich wieder Dutzende öffentliche und private soziale Einrichtungen, die jeden Tag und ganz selbstverständlich Menschen helfen, mit ihrem Leben, oder einer schwierigen Lebenssituation zurecht zu kommen. 

Ein Geben und Nehmen, das nicht ohne Spielregeln funktioniert

Die Willkommenswoche 2018 steht unter dem Motto der Rechte und Pflichten eines jedes Menschen in einer Gemeinschaft und der Gesellschaft dem Einzelnen gegenüber. Schwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit der Frage, was die Gemeinschaft beachten muss, wenn Menschen in Not Hilfe angeboten wird und was diese Personen ihrerseits selbst einbringen und berücksichtigen sollen. Es ist ein Geben und Nehmen, das nicht ohne Spielregeln funktionieren kann. Wie diese aussehen, soll im Laufe der Woche zur Sprache kommen.

Das umfangreiche Programmheft liegt bereits an verschiedenen Veranstaltungsorten und öffentlichen Bibliotheken auf.

Auch die Caritas ist mit dabei

Im Rahmen der Willkommenswoche öffnet die Caritas die Türen verschiedener Einrichtungen für die Bevölkerung. Den Anfang macht am 29. September das Haus Freinademetz in Bozen. Dort werden Menschen aufgenommen und von den Mitarbeitern begleitet, welche an der Wiedereingliederung in die Gesellschaft, sei es sozialer, beruflicher oder weiterbildender Natur arbeiten.

Der Tag der offenen Tür zielt darauf ab, die Beziehungen zwischen der dort bestehenden Gemeinschaft und den Bewohnern des Stadtviertels zu stärken und zu intensivieren. Deshalb wird an diesem Tag auch das neue Angebot „Nachbarschaftspflege“ vorgestellt, welches die Begegnung und den Austausch abseits der virtuellen Welt der sozialen Medien anhand von konkreten Angeboten fördern will. 

Am 4. Oktober lädt das Haus Sara, eine Einrichtung für Flüchtlinge in Bozen dazu ein, Traditionen und Bräuche der Bewohner anhand einer kulinarischen Reise kennenzulernen. Am 6. Oktober öffnet die Flüchtlingseinrichtung Haus Miriam in Brixen und am 29. September Haus Rahel in Lengmoos die Türen für alle Interessierten, die Asylsuchende und ihre Geschichten kennenlernen möchten. 

Auch das von der Caritas geführte Friedenszentrum beteiligt sich an der Willkommenswoche mit zwei Veranstaltungen. Am Dienstag, den 2. Oktober ist  um 18 Uhr Felipe Camargo, Vertreter des Hochkommissariats der Vereinten Nationen für Südeuropa im Repräsentationssaal der Gemeinde Bozen zu Gast. Die in Zusammenarbeit mit dem Verein Volontarius organisierte Veranstaltung ist für alle Interessierten offen und wird simultan übersetzt.  Am Mittwoch, den 3. Oktober, ebenfalls um 18 Uhr im Repräsentationssaal der Gemeinde Bozen, stellt die Historikerin Valeria Galimi ihr letztes Buch „Sotto gli occhi di tutti. La società italiana e le persecuzioni antiebraiche“ vor. Die Veranstaltung findet in italienischer Sprache statt. An diesem Abend wird im Foyer der Gemeinde Bozen auch die Ausstellung „Josef Mayr-Nusser: christlich, mutig, solidarisch“ eröffnet. 

„Caffè sospeso“

Das CaritasCafè am Sitz der Caritas in der Bozner Sparkassenstraße 1  lädt anlässlich der Willkommenswoche ein, sich an der Aktion “Caffè sospeso“ zu beteiligen und jemanden, den man nicht kennt, zum Kaffee einzuladen, indem man einfach zwei Kaffees statt nur seinen eigenen bezahlt. Diese ursprünglich aus Neapel stammende Tradition ist ein Zeichen für grundsätzliches Wohlwollen auch einem Unbekannten gegenüber, für Solidarität und Gemeinschaft. 

Am 6. Oktober lädt youngCaritas auf dem Waltherplatz dazu ein, ein Foto von sich selbst oder einer Gruppe zu machen und unter dem hashtag #stillhuman zu erklären, warum dieses Foto etwas Besonderes ist. Diese Aktion soll zeigen, dass jeder Mensch in seiner Eigenheit angenommen wird und willkommen ist, weil jede und jeder eine Gesellschaft bereichert. Im Rahmen der Willkommenswoche wird damit auch der internationale Tag der YoungCaritas in Europa begangen. “Menschen aufzunehmen, ist eine  Grundsatzentscheidung: in den sozialen Beziehungen, im  politischen Geschehen und im wirtschaftlichen Handeln. Wurde diese Grundsatzentscheidung  einmal getroffen, wird die Aufnahme zu einem Zeichen und zu einer Botschaft. Sie wird zu einem  Aufruf an die Gemeinschaft/Gesellschaft, sich selbst zu einem Ort zu entwickeln, der die Aufnahme von Personen möglich macht”, betont  Paolo Valente.

stol

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