Die Vogelschützer erinnern daran, dass bereits vor rund 15 Jahren ein Windpark auf dem Sandjoch und dem Sattelberg geplant war. Nach Rekursen von Umweltverbänden und alpinen Vereinen scheiterte das Vorhaben vor Gericht. Grund seien die erwarteten negativen Auswirkungen auf Zugvögel und streng geschützte Brutvogelarten gewesen, schreibt die Arbeitsgruppe.<BR /><BR />Mit dem neuen Klimaplan könnten nun jedoch Ausnahmen für Windkraftanlagen möglich werden. So sei im Juni 2024 in der Gemeinde Brenner eine Studie zu einem möglichen Windpark am Sandjoch vorgestellt worden – also in jenem Gebiet, in dem ein Projekt bereits 2014 vom Staatsrat endgültig abgelehnt worden war.<h3> Klares Nein von Vogelschützern</h3>Die Vogelschützer warnen vor möglichen Folgen für den Vogelzug. Die Brennerlinie gilt als eine der wichtigsten Zugrouten über die Alpen. Beobachtungen am Jaufenpass, am Pfitscher Joch und am Sandjoch zeigen laut Verein, dass an einzelnen Tagen mehrere Tausend Vögel das Gebiet überqueren.<h3> „Massive Gefährdung von Zugvögeln“</h3>„Aus der Sicht des Vogelschutzes ist daher die geplante Windkraftanlage am Sandjoch abzulehnen, da eine massive Gefährdung der Zugvögel und der lokalen Brutvogelarten zu erwarten ist“, heißt es in der Aussendung. <BR /><BR />Der Bürgermeister der Gemeinde Brenner, Martin Alber, betont hingegen, dass noch keine konkreten Entscheidungen getroffen wurden. „Weder hat die Gemeinde beschlossen, eine Windkraftanlage zu planen, noch gibt es eine Machbarkeitsstudie oder festgelegte Standorte“, sagt er. Man befinde sich derzeit lediglich in einer Diskussionsphase.<BR /><BR /> Stellungnahmen zum Vogelschutz wolle er deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommentieren. Sollte es später zu einem konkreten Projekt kommen, sei der Vogelschutz jedoch „eine der wichtigsten Fragen – dann aber auf Grundlage aussagekräftiger wissenschaftlicher Studien“.<h3> Machbarkeitsstudie: Empfehlung an den Gemeinderat „wahrscheinlich positiv“</h3>Derzeit befasst sich eine Arbeitsgruppe der Gemeinde mit dem Thema Windkraft. Sie hat mehrere Expertisen eingeholt und will dem Gemeinderat demnächst eine Empfehlung geben, ob eine Machbarkeitsstudie sinnvoll wäre und welche Aspekte darin untersucht werden sollten. Nach den bisherigen Ergebnissen wird die Empfehlung laut Alber „wahrscheinlich positiv“ ausfallen.<h3> „Keine Vorentscheidung“</h3>Selbst eine solche Studie wäre laut Alber noch keine Vorentscheidung: Sie solle mögliche Standorte, Erträge und auch Herausforderungen etwa bei Fauna, Zufahrtswegen oder Stromnetz aufzeigen. „Die Machbarkeitsstudie ist vor allem eine Grundlage, um überhaupt eine Entscheidung treffen zu können.“<h3> Nordtirol: Schönberg lässt Pläne für Windpark fallen</h3>Während die Gemeinde Brenner über mögliche Windkraftanlagen diskutiert, hat die Gemeinde Schönberg im Stubaital ein ähnliches Vorhaben nach einer Prüfung verworfen. Der Gemeinderat von Schönberg hatte Windmessungen am Gleinserberg veranlasst, um das Potenzial zu prüfen. <BR /><BR />Die Ergebnisse zeigten, dass eine Nutzung der Windkraft technisch grundsätzlich möglich wäre. Wegen strenger rechtlicher und naturschutzrechtlicher Vorgaben könnten jedoch nur wenige und vergleichsweise kleine Anlagen errichtet werden. <h3> „Kein nennenswerter Mehrwert für die Bevölkerung“</h3>Der erwartete Energieertrag stünde laut Gemeinde in keinem wirtschaftlich sinnvollen Verhältnis zu den erforderlichen Investitionen und würde auch keinen nennenswerten Mehrwert für die Bevölkerung bringen. Der Gemeinderat hat daher Ende März entschieden, das Projekt nicht weiterzuverfolgen. <h3> Windmessungen auch in Navis</h3>Laut ORF Tirol gibt es auch in der Gemeinde Navis im nördlichen Wipptal seit vergangenem Sommer Windmessungen auf einem privaten Grundstück unterhalb des Mislkopfs. Sollten die Pläne für eine Windkraftanlage konkreter werden, will Bürgermeister Lukas Peer laut ORF die Bevölkerung befragen.