Mittwoch, 28. November 2018

Wipptal: Jugendlichem Geld für sexuelle Handlungen angeboten

20 bis 50 Euro soll ein 27-Jähriger aus dem Wipptal einem 14-Jährigen, mit dem er auf Facebook und über Whatsapp in Kontakt stand, für sexuelle Handlungen angeboten haben. Am Mittwoch muss sich der Mann vor Gericht verantworten – wegen versuchter Kontaktanbahnung zu Minderjährigen, berichtet das Tagblatt „Dolomiten“ am Mittwoch.

Badge Local
Foto: © shutterstock

Der Artikel 609undicies des italienischen Strafgesetzbuches („adescamento di minorenni“) wurde im Jahr 1992 eingeführt, in Umsetzung der Konvention von Lanzarote. Diese zielt unter anderem darauf ab, das zunehmende Phänomen des „child grooming“ (das sich Heranmachen an Kinder im Internet zu sexuellen Zwecken) zu bekämpfen.

Laut Anklage lag der Kontaktaufnahme des 27-Jährigen mit dem 14-Jährigen ein entsprechendes Vorhaben zugrunde. Der Mann habe den Jugendlichen im Jahr 2015 über Facebook kennengelernt, es dauerte nicht lange, bis die Telefonnummern ausgetauscht wurden. Die Nachrichten sollen mit der Zeit immer intimer und eindeutiger geworden sein. Schließlich habe der Mann dem Jugendlichen Geld für sexuelle Handlungen angeboten. Dazu kam es zwar nie, da der Jugendliche nicht darauf einging. Er fühlte sich aber offensichtlich stark unter Druck gesetzt.

Schulische Leistungen ließen nach

Seine schulischen Leistungen ließen nach, in kurzer Zeit so sehr, dass es den Lehrkräften und seiner Mutter bald auffiel. Auch sah die Mutter etliche Schnittverletzungen am Unterarm des Jungen und vermutete, dass er sich selbst verletzt hatte. Schließlich erzählte der Sohn von seinem Chat-Bekannten. Die Mutter erstattete sofort Anzeige.

Die Postpolizei forschte den 27-Jährigen als dringend Tatverdächtigen aus. Die Inhalte seines PC und Handys wurden sichergestellt, der 14-Jährige bestätigte das Vorgefallene später im Rahmen eines Beweissicherungsverfahrens. Auf Kontaktaufnahme zu Minderjährigen mit sexuellen Absichten im Internet stehen ein bis 3 Jahre Haft.

Der 27-Jährige, dem die versuchte Straftat vorgehalten wird, hat Bewährungsprobe mittels Ableistung von Sozialarbeit beantragt. Nach der ordnungsgemäßen Erfüllung der Tätigkeit wird die Straftat vom Gericht für erloschen erklärt.

D/rc

stol