Donnerstag, 28. März 2019

Wipptal: Wolf reißt Reh und geht in Fotofalle

Am vergangenen Wochenende hat in Pfulters bei Mauls ein Wolf ein Reh gerissen. Am Mittwoch wurde in Elzenbaum ein weiteres gerissenes Reh entdeckt. Ob das Wild ein weiteres Opfer des Wolfs ist, muss noch geprüft werden.

Der Wolf ging in die Fotofalle.
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Der Wolf ging in die Fotofalle. - Foto: © D

Wipptaler Ortsobleute des Südtiroler Bauernbundes hatten am Mittwoch Alarm geschlagen, um die Mitglieder zu warnen. Sie hatten gehört, dass ein Wolf im Wipptal sein Unwesen getrieben hatte.

Auf Anfrage bestätigte Zeno Frei, Gemeindereferent in Freienfeld und dort für Landwirtschaft zuständig, dass am Samstag zwischen Niederried und Pfulters ein gerissenes Reh entdeckt worden sei.

Die Verantwortlichen für Jagd und Forst hatten daraufhin am Fundort des gerissenen Rehs eine Fotofalle installiert und den Kadaver liegen lassen. Und tatsächlich kehrte in der Nacht ein Wolf zurück und ging in die Fotofalle.

„Der Wolf kam bis zum nächsten Morgen 2 Mal zum gerissenen Reh zurück und fraß dort“, berichtet Frei. Jagdaufseher Markus Rieper wollte am Mittwoch keine Stellungnahme dazu abgeben. Er verwies auf das Landesamt für Jagd und Fischerei.

Wolf kam früher als erwartet

Amtsdirektor Luigi Spagnolli bestätigte auf Anfrage, dass seine Mitarbeiter bei der Sichtung des gerissenen Wilds die typischen Spuren des Jagdverhaltens eines Wolfes festgestellt und deshalb eine Fotofalle installiert hatten. Auf diese Weise konnte das Raubtier fotografiert werden. Ob ein oder mehrere Rehe gerissen worden seien, wollte Spagnolli offen lassen.

Er erklärte nur, dass seine Mitarbeiter am Dienstag erneut Pfotenabdrücke eines Wolfes im Wald entdeckt hatten und wieder eine Fotofalle aufstellten. Auch hier konnten laut Spagnollli Bilder des Tieres gemacht werden. „Es kann aber sein, dass der Wolf heute bereits 100 Kilometer weiter weg ist“, sagte Spagnolli.

Trotzdem fürchten die Bauern, dass der Wolf weiter im Wipptal sein und dort Nutztiere reißen könnte. „Wir wussten ja, dass die Wölfe früher oder später kommen. Doch nun ist es früher, damit haben wir nicht gerechnet“, sagte Freienfelds Bauernbund-Ortsobmann Thomas Seehauser. Vor allem Besitzer von Kleintieren würden derzeit überlegen, ob sie ihre Schafe und Ziegen noch auf die Almen treiben können.

Zudem gab es am Mittwoch eine erneute Entdeckung: Zeno Frei fand unterhalb seines Stalles in Elzenbaum ein gerissenes Reh. Er informierte den Jagdaufseher. „Ich will keine Panik machen, deshalb möchte ich erst auf die Bewertung der Experten abwarten, ob es erneut ein Wolf war“, sagte er.

D/mpi

stol