Dienstag, 10. November 2020

„Wir Eltern können nicht mehr“

In einer gemeinsamen Presseaussendung stellt die Allianz für Familien und die Elterninitiative Forderungen an die Politik hinsichtlich der Kinderbetreuung, denn: „Wir Eltern können nicht mehr“.

Wer bitte soll die Betreuung und Bildungsaufgaben übernehmen, wenn die Eltern berufstätig sind oder diese Aufgaben nicht (mehr) bewältigen können? Wir Eltern können nicht mehr“, lautet es in der Aussendung.
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Wer bitte soll die Betreuung und Bildungsaufgaben übernehmen, wenn die Eltern berufstätig sind oder diese Aufgaben nicht (mehr) bewältigen können? Wir Eltern können nicht mehr“, lautet es in der Aussendung. - Foto: © pixabay
Nachdem noch vor wenigen Tagen die Erleichterung groß war, dass Betreuungs- und Bildungseinrichtungen offenbleiben (auch wenn mit einigen Abstrichen), so folgte am Montag die Ernüchterung. Der totale Lockdown könnte bereits am Mittwoch erfolgen.

„Am gestrigen Montag gab es noch keine weiteren Informationen bezüglich Kleinkindbetreuung und Kindergärten, keine konkreten Informationen zur Schule und Fernunterricht, keine Lösungsansätze zu Freistellungen für Eltern und Notbetreuungsangebot. Wer bitte soll die Betreuung und Bildungsaufgaben übernehmen, wenn die Eltern berufstätig sind oder diese Aufgaben nicht (mehr) bewältigen können? Wir Eltern können nicht mehr“, lautet es in der Aussendung.

„Seit dem Frühjahr leisten viele Familien fast Übermenschliches, jetzt sind wir am Limit, auch unsere Gesundheit ist in Gefahr. Eltern können politische Planungsversäumnisse nicht mehr kompensieren. Einfach zu Hause zu bleiben ist vielfach nicht möglich, denn es gibt kein Recht auf Freistellung von der Arbeit (nur wenn das Kind in offizieller Quarantäne ist), vor allem keine bezahlte, und dies weder für Angestellte und noch weniger für Freiberufler*innen und Selbstständige! Und wer bitte arbeitet
dann in Medizin und Pflege, im Sozialen, in der Lehre, im Lebensmittelgewerbe, wer in der Reinigung der Räumlichkeiten usw., wenn alle Eltern zu Hause bleiben?“, fragen sich Elterninitiative und Allianz für Familien.

Die Elterninitiative fordert in Absprache mit der Allianz für Familie folgendes:

- die Einrichtung einer interdisziplinären Taskforce Familie, wie seit März gefordert wird. Ein rein medizinischer Blick auf die aktuelle Lage kann keine Option mehr sein.

- eine Vorlaufzeit von einigen Tagen zu einer eventuellen Schließung. Sollte diese beschlossen werden, dann muss sie nachvollziehbar begründet werden und darf erst in der darauffolgenden Woche beginnen.

- die Organisation eines Notbetreuungsdienstes, der jedoch nicht aufgrund realitätsfremder Kriterien einen Großteil der erwerbstätigen Familien ausschließt.

- Die Gewährleistung einer Notbetreuung bei sozialem Unterstützungsbedarf oder für Kinder mit Beeinträchtigung.

- Eine unbürokratische Möglichkeit für alle erwerbstätigen Eltern (auch Selbstständige und Freiberufler), sich von der Arbeit freistellen zu lassen, um Betreuung und Bildung der Kinder selbst übernehmen zu können (auch im Sinne einer damit verbundenen Reduzierung der Kontakte), welche angemessen Vergütet wird. Familien brauchen dringend Unterstützung, lasst uns nicht wieder allein, wir können nicht mehr.

pho