Dass die Beziehung nicht unbelastet war, zeichnete sich aber schon gestern ab.Wie Carabinieri-Oberst Andrea Rispoli und die beiden Hauptleute Davide Perasso und Lorenzo Angioni gestern erklärten, war es zu der Bluttat kurz vor 22 Uhr in einem Appartement im Plattenhof in Unterfennberg gekommen.Mit Küchenmesser einmal zugestochenNur die Ukrainerin Maryana Kaminska und der Türke Mehmet Yildirim sollen sich in der Wohnküche befunden haben.Kaminska wird vorgeworfen, Yildirim mit einem Küchenmesser mit etwa 13 Zentimeter langer Klinge niedergestreckt zu haben.Wenige Minuten später starb Yildirim – noch bevor die Rettungskräfte eintrafen. Vor der Bluttat sollen die beiden Geschlechtsverkehrgehabt haben. Die Carabinieri von Kurtatschmit Feldwebel EmanueleDeMartin nahmen die mutmaßliche Täterin in Gewahrsam.Die 19-Jährige wurde verhört und danach ins Frauengefängnis von Rovereto gebracht.Psychologisches Gutachten WahrscheinlichMaryana Kaminska wird heute zu den Vorfällen in ihrem Zimmer am Sonntagabend einvernommen. Laut ihrem Rechtsanwalt Alessandro Tonon stand sie noch gestern unter Schock und brach immer wieder in Tränen aus. Auch ihre Mutter, die in Südtirol als Pflegerin arbeitet, war verständlicherweise völlig aufgelöst.Sowohl sie als auch ein Bekannter von Maryana Kaminska, der sich gestern beim Rechtsanwalt gemeldet hat, könnten durch ihre Aussagen zur Klärung des Verhältnisses zwischen Kaminska und Yildirim beitragen.Der Mutter zufolge habe ihre Tochter ihr erst vor knapp einer Woche gesagt, dass Yildirim sie schlecht behandle. Der Bekannte will hingegen Zeuge einer Episode gewesen sein, bei der sich Kaminska von Yildirim bedroht gefühlt habe.Yildirim habe sie angehalten, als sie im Auto unterwegs war. Als sie nicht aussteigen und mit ihm redenwollte, habe er auf den Kofferraummit Fäusten eingeschlagen. Rechtsanwalt Tonon wird beantragen, den Bekannten als Zeugen anzuhören – ebenso wie zweiweitere Personen, denen zufolge Kaminska sich von Yildirim verfolgt gefühlt habe. Kaminska soll deshalb sogar erst kürzlich ihre Telefonnummer gewechselt haben. Die bisherigen, spontanen Aussagen der 19-Jährigen sollen ein widersprüchliches Bild über ihre Beziehung zu Yildirim, die vor rund einem Jahr begann, zeichnen. Einerseits soll sie erklärt haben, sie hätten nicht ohne einander sein können, zugleich habe sie aber ausgesagt, sie habees mit ihm nicht mehr ausgehalten. „Wir liebten und wir hassten uns.“ Staatsanwalt Igor Secco erwägt, im Rahmen eines Beweissicherungsverfahrens abklären zu lassen, ob die 19-Jährige zum Tatzeitpunkteinsichts- und willensfähig war. Tonon ist damit einverstanden. Abzuklären sei aufgrund des nach bisherigen Erkenntnissen nicht unbelasteten Verhältnisses auch, ob der Geschlechtsverkehr in der Mordnacht einvernehmlich stattgefunden hat. Bei einer gynäkologischen Untersuchung sollen dieÄrzte jedenfalls keine Anzeichen für Gewaltanwendung festgestellt haben.rc/hof