Mittwoch, 13. Januar 2016

"Wir raten allen Opfern, die Betrüger NICHT zu bezahlen"

„Equitalia S.p.A." soll der Absender sein, doch die Schad-Mails gehen nicht vom Inkassobüro aus. Die Post-und Kommunikationspolizei in Bozen mahnt zu äußerster Vorsicht, denn E-Mails mit erpresserischem Inhalt häufen sich derzeit. Auch wird davor gewarnt, auf die Zahlungsforderungen der Betrüger einzugehen.

Ivo Plotegher, Oberinspektor der Staatspolizei, warnt vor betrügerischen Emails mit Absender "Equitalia S.p.A.".
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Ivo Plotegher, Oberinspektor der Staatspolizei, warnt vor betrügerischen Emails mit Absender "Equitalia S.p.A.". - Foto: © STOL

"Die Masche ist nicht neu, aber raffiniert", sagt Ivo Plotegher, Oberinspektor der Staatspolizei, auf Nachfrage von STOL.

Denn: Die Post-und Kommunikationspolizei in Bozen gab am Mittwoch bekannt, dass derzeit wieder zahlreiche Internet-Nutzer in Südtirol betrügerische E-Mails empfangen. "Anscheinend ist Equitalia S.p.A. der Absender", so Plotegher, aber das Inkassobüro habe nichts damit zu tun.  

Bitte öffnen Sie den weiterführenden Link IN KEINEM FALL

Zugesandt wird eine Zahlungsaufforderung. Darin wird dem Empfänger gemeldet, dass das Inkassobüro „Equitalia S.p.A.“ im Rathaus der Wohngemeinde ein Dokument für ihn hinterlegt habe. "Weiter heißt es: Um Informationen zu erhalten, klicken Sie auf den Link und laden Sie das beigefügte Dokument herunter", beschreibt der Oberinspektor der Staatspolizei den Vorgang. 

Auf diese Art von Mails nicht reagieren und auch nicht weiterklicken. - Foto. Post- und Kommunikationspolizei Bozen

"Tun Sie das nicht. seien Sie vorsichtig und löschen Sie solche Mail sofort", sagt Plotegher. 

Virus blockiert Daten auf PC - Zahlungsaufforderung folgt

Denn: Wer den Link aktiviert, dem installiert sich auf diese Weise automatisch ein extrem gefährliches Virus auf dem PC. "Diese blockiert dann die privaten Daten", so der Oberinspektor. Kurz später erhalten die Opfer eine Zahlungsaufforderung von den Betrügern. Erst bei Bezahlung wollen sie die Daten via zugestelltem Code wieder freigeben. 

Nicht auf Geld-Forderungen eingehen

Plotegher rät aber unbedingt davon ab, die Betrüger zu bezahlen und ihnen den geforderten Betrag zukommen zu lassen. Einerseits unterstütze man damit Verbrecher und andererseits sei es nicht gewiss, dass die Daten dann wirklich entsperrt würden oder gar weitere Geld-Forderungen folgen.  

"Besser zu einem EDV-Techniker gehen und nicht um die Daten weinen", sagt der Ermittler. 

Auch wenn die Post- und Kommunikationspolizei bereits entsprechende Ermittlungen eingeleitet hat, "ist es leider sehr schwer die Betrüger, die im Ausland zu finden sind, auszuforschen", ist Plotegher wenig zuversichtlich. 

Die Daten vorher sichern und nicht in Eile handeln

Er rät daher allen: "Tagtäglich ein Backup seiner Daten machen, das Antivirusprogramm stetig zu aktualisieren und - was noch wichtiger ist - sich nicht zu beeilen, nicht achtlos an den Mails herumzuklicken", so der Oberinspektor. Sehr vieles passiere einfach in der Eile und weil die Menschen unter Druck seien. 

"Wenn die Leute im Netz nur halb so vorsichtig wären, wie im realen Leben, würde nur die Hälfte passieren", ist sich Plotegher sicher.  

Alte Masche - neue Absender

Er erinnerte daran, dass das Phänomen an sich nicht neu ist. "Zu Weihnachten vor zwei Jahren waren die ersten Mails dieser Art bei uns im Umlauf. Sie wurden via Zufallsprinzip versandt. "Vor eineinhalb Monaten waren es dann chadmails mit Absendern von Strom- und Telefonanbietern wie Enel oder Telecom", zeigt Plotegher die Wandlungsfähigkeit auf. 

"Vorsicht ist daher die beste Medizin", sagt der Ermittler zu STOL. 

stol/ker

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Für weitere Informationen können sich Bürger unter der Tel. 0471/531413 an die Post- und Kommunikationspolizei in Bozen wenden.

stol