Dienstag, 26. Juni 2018

„Wir sind die blöden Angestellten“

Ende der Woche, am 30. Juni, verfällt der Versicherungsschutz von Ärzten und Pflegern gegen grobe Fahrlässigkeit. Am Montag hat der Sanitätsbetrieb den Betroffenen mitgeteilt, dass sich alle selbst versichern müssen. Dass Ärzte und Pfleger diesen Versicherungsschutz selber zahlen, war immer schon so. Dass sie sich aber selber darum kümmern müssen, ist neu. Laut "Dolomiten" ist der Ärger groß, vor allem wegen der Zeitknappheit.

Unter Südtirols Krankenhausärzten und -pflegern brodelt es.
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Unter Südtirols Krankenhausärzten und -pflegern brodelt es. - Foto: © D

Das Klima im Sanitätsbetrieb ist seit Längerem kein gutes, aber seit Montag ist es noch düsterer. Der Grund steht in einem Rundschreiben von Generaldirektor Thomas Schael mit Datum 25. Juni. Darin wird mitgeteilt, dass Ärzte und Pfleger in wenigen Tagen – mit 1. Juli –  ohne Versicherung gegen grobe Fahrlässigkeit sind und sich umgehend selbst nach einer Versicherung umsehen müssen.

„Das ist Dilettantismus“, kritisiert der Chef der Primarsgewerkschaft ANPO, Dr. Guido Mazzoleni.

Zur Erklärung: Ärzte, Pfleger und Co., die am Patienten arbeiten, müssen sich seit einigen Jahren auf eigene Kosten gegen grobe Fahrlässigkeit versichern. Um komplizierte Streitfälle zwischen unterschiedlichen Versicherungen zu vermeiden, haben sich Ärzte und Pfleger an die Haftpflichtversicherung des Sanitätsbetriebs, die Uniqa, angehängt. „Der Betrieb hat die Polizzen-Konditionen verhandelt und wir haben bezahlt“, sagt der Vorsitzende der Ärzte-Gewerkschaft BSK/VSK, Dr. Ivano Simioni.

Da Ärzte und Pfleger wussten, dass die Polizze Ende Juni ausläuft, haben die Gewerkschafter seit 3 Monaten bei Treffen mit der Betriebsspitze nachgefragt, wie es ausschaue. Stets sei gesagt worden, dass alles in Ordnung sei - bis zum Schreiben von Generaldirektor ThomasSchael vom Montag.

Mehr Hintergründe und Reaktionen gibt es in der aktuellen Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol