Irene Mur ist Direktorin der Mittelschule Klausen. Acht Kinder mit Beeinträchtigung gehen dort derzeit zur Schule, drei davon mit Trisomie 21 (Down-Syndrom). Und weil der Verband AEB jedes Jahr den Tag des Down-Syndroms zum Anlass nimmt, eine Bildungseinrichtung für gelungene Inklusion auszuzeichnen, stehen heute neben der Direktorin auch diese drei Schüler im Mittelpunkt: Alex, Hannes und Sophia.<BR /><BR />Damit jeder von ihnen der Direktorin etwas überreichen darf, wurden Urkunde, Blumen und Schokolade zwischen den Kindern aufgeteilt. Doch noch müssen sich die drei etwas gedulden, denn wie bei Auszeichnungen üblich, gibt es erst einmal Reden.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1291626_image" /></div> <BR /><BR />Bernadette Ramoser von der AEB-Arbeitsgruppe Schule im AEB erklärt, warum die Wahl auf die MS Klausen und Direktorin Mur gefallen ist: „Ihnen liegt die Inklusion der Schüler und Schülerinnen mit Behinderung am Herzen. Sie sind stets offen für die Anliegen der Eltern, gesprächsbereit und bestrebt, dass es unseren Kindern in der Schule gut geht. Unsere Kinder kommen jeden Tag gerne in die Schule.“ <BR /><BR />Die Eltern des AEB wissen: „Die Haltung der Schulführungskraft ist ausschlaggebend dafür, ob Inklusion gelingt.“ Und im Fall von Irene Mur passt nicht nur die Einstellung, sondern auch das Engagement: Sie setzt sich dafür ein, „dass die Schüler genügend personelle Ressourcen erhalten“, unterstützt Projekte wie die „persönliche Zukunftsplanung“ und nimmt aktiv daran teil. Und Irene Mur ist Mitglied beim „Runden Tisch“ der Arbeitsgruppe Schule im AEB. Und so lässt es sich auch AEB-Präsidentin Angelika Stampfl nicht nehmen, bei der kleinen Feier im Foyer der Schule dabei zu sein. <h3> Förderung im Kindesalter besonders wichtig</h3>Sie betont die Bedeutung der Förderung im Kindesalter: „Das ist der wichtigste Teil der Förderung, damit unsere Kinder möglichst selbstständig werden und später auch arbeiten können.“ Direktorin Irene Mur ist ob so viel lobender Worte regelrecht gerührt: „Es ist ein schöner Gedanke, dass wir exklusiv inklusiv sind.“ Sie betonte das Zusammenspiel des gesamten Teams an der Schule, das sich gemeinsam dafür einsetze, dass sich auch diese besonderen Kinder an der Schule „ganz, ganz wohl fühlen“: „Wenn wir alle zusammenschauen, dann geht es.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1291629_image" /></div> <BR /><BR />Und wer hätte ihre Worte besser unterstreichen und das Gelingen des Anliegens besser unter Beweis stellen können als ihr Schüler Alex. Während all der schönen Worte wartete er schon ganz hibbelig auf seinen großen Auftritt, um der Direktorin auf seine Weise zu gratulieren: Nun darf er endlich die Schokolade überreichen – und fällt seiner Direktorin vor lauter Freude gleich noch liebevoll um den Hals. Auch beim Gruppenfoto weicht er ihr nicht von der Seite und hängt sich ganz selbstverständlich bei ihr ein. Hannes und Sophia sind von ruhigerem Gemüt, aber deswegen kein bisschen weniger aufgeregt. Sophia darf den frühlingshaft gebundenen Blumenstrauß übergeben – und tut dies mit gebührender Ernsthaftigkeit. Für die gerahmte Urkunde ist Hannes zuständig. Er war schon lange vor der eigentlichen Verleihung im Foyer, passend zum Anlass hat er sich in ein Sakko geworfen. <BR /><BR />Nun ist die Direktorin reich beschenkt – und die Aufmerksamkeit nicht nur dieser drei wendet sich dem kleinen Buffet mit Kuchen und Saft zu. <h3> Inklusion: „Gute Struktur, damit Kultur leben kann“</h3>Doch was ist das Inklusions-Erfolgsgeheimnis an der Mittelschule Klausen? Irene Mur setzt, so sagt sie, auf Teamarbeit und Organisation. <BR /><BR />Schon vor Beginn des jeweiligen Schuljahres setzt sie sich mit den individuellen Bedürfnissen ihrer besonderen Schüler auseinander. „Gerade beim Übertritt von der Grundschule an die Mittelschule gilt es, genau zu verstehen, was unsere neuen Schüler mit Beeinträchtigung brauchen“, erklärt sie. Wenn es nötig ist, wandelt sie dafür auch Lehrerstunden in Stunden für Mitarbeiter für Integration um. „Das lohnt sich für alle, denn gemeinsam erzielen wir so gute Erfolge“, sagt sie. Wie die Stunden am besten und sinnvollsten einzusetzen und anzuordnen sind, das entscheidet Mur dabei ganz bewusst nicht alleine: „Ich beziehe die Mitarbeiter beim Erstellen des Stundenplanes mit ein“, betont sie. Und so gelingt es, ist Mur überzeugt, die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen. Alles in allem komme es auf das gute Zusammenspiel zwischen Eltern, Schulführungskraft, Lehrkräften, Mitarbeitern für Integration und allen anderen Personen, die an der Schule arbeiten, an. Und was ist mit den Mitschülern? Inklusion hat ja auch mit dem Angenommenwerden von anderen zu tun...<BR /><BR />„Es kommt darauf an, dass wir als Rahmen eine gute Struktur schaffen und Inklusion vorleben. Dann kann wahre Inklusionskultur an der Schule entstehen.“