Wie berichtet, ist der provisorischen Landeplatz in Lengstein seit August ein von der staatlichen Zivilluftfahrtbehörde ENAC genehmigter Hubschrauberlandeplatz, den das Rittner Unternehmen Heliunion betreibt – mit den damit verbundenen Folgen für die Bevölkerung des Ortes. „Wir werden immer wieder darauf angesprochen, etwas zu unternehmen, aber bei der ENAC beißen wir auf Granit“, betont Gallmetzer. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1304769_image" /></div> <BR /><BR />So geht es der Gemeinde, deren Klage vor Gericht abgewiesen wurde, und so geht es der Forstbehörde. „Intensiv sind vor allem die Wochenenden, wenn der Hubschrauber fünf-, sechsmal am Tag startet und landet, gerade dann, wenn die Bevölkerung einmal Ruhe haben möchte. Das bekommen wir dann zu hören“, sagt <b>Christian Valtingoier,</b> Förster am Ritten (im Bild). Wenn jemand einen Stein umdrehe oder einen Pilz zu viel geklaubt hat, sollten die Förster zur Stelle sein und strafen – und bei den vielen, nicht notwendigen Flügen stillhalten. <BR /><BR />Die Forstbehörde hat das intensive Fluggeschehen am Rier-Hof über eine längere Zeit hin dokumentiert – mit Fotos und Uhrzeit – und den Carabinieri vom Ritten übergeben. „Diese haben die Aufzeichnungen weitergeleitet, aber Antwort kam keine – weder von der ENAC, noch von anderen Stellen“, bedauert Förster Valtingoier. <h3> „Flüge stören die Bevölkerung“</h3>So bleiben die Bemühungen ohne Erfolg, die Beschwerden ungehört. Aussprachen von Gemeinde, Forstbehörde und Ortspolizei mit der ENAC brachten nichts. „Die ENAC steht hinter dem Betreiber; an die staatliche Behörde kommt man nicht an“, sagt ein aufgebrachter Lengsteiner. Rettungsflüge brauche es, aber diese Luxusflüge, bei denen Ressourcen verschwendet würden, brauche kein Mensch – außer betuchte Touristen. Diese Flüge störten die Bevölkerung, aber auch andere Touristen, die sich der Natur verbunden fühlten. Solche Flüge würden die Naturlandschaft am schönen Ritten nur belasten. <BR /><BR />Angeboten werden Rundflüge über die Dolomiten, auch sogenannte Gourmetflüge, gekoppelt mit einer Motorschlittenfahrt und Einkehr in den Hütten. Damit wirbt das Unternehmen auf seiner Website. Auch ein Gastbetrieb am Ritten lässt mitunter Gäste einfliegen.<BR /><BR />Der Flugbetrieb am Rier-Hof zieht auch mehr Verkehr ins kleine Bergdorf. „Einmal kam eine Gruppe junger Burschen, Österreicher, und fragte im Dorf, wo es denn zum Airport gehe“, erzählt ein Bewohner von Lengstein. Er habe da nur den Kopf geschüttelt. <h3> „Rundflüge machen nur 30 Prozent aus“</h3>„Der Ritten ist für den Zivilschutz strategisch gut gelegen; da ist man in 15 Minuten überall im Land“, sagt Andreas Graf vom Rittner Unternehmen Heliunion. Es bietet Lastenflüge, Tierbergungen, Einsätze für den Zivilschutz und auch Rundflüge für Touristen an. <BR /><BR />„Diese machen nur 30 Prozent unserer Tätigkeit aus – bei 150 bis 200 Landungen im Jahr“, betont Graf. Allein mit Zivilschutz- und Lastenflügen sei das Flugunternehmen nicht ausgelastet. Die Nachfrage nach Rundflügen sei groß – auch dank der massiven Werbung für das UNESCO-Naturerbe Dolomiten. <BR /><BR />Mit den Rundflügen biete das Unternehmen den Piloten auch die Möglichkeit, die nötige Zahl an Flugstunden zu absolvieren – um dann bei einem Zivilschutzeinsatz bereit zu sein. Die Flugtätigkeit von Heliunion erfüllt laut Graf alle gesetzlichen Vorgaben. Dies würden auch die Kontrollen der staatlichen Zivilflugfahrtbehörde ENAC gewährleisten.