Donnerstag, 18. April 2019

Wir werden immer mehr - Geburten nehmen ab

Am letzten Tag des vergangenen Jahres haben über 530.000 Personen in Südtirol gelebt. Das hat das Landesstatistikamt Astat erhoben und informiert, dass die Wohnbevölkerung in diesem Jahr um über 3400 Menschen zunehmen wird.

Letzthin zieht der Bevölkerungszuwachs wieder leicht an.
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Letzthin zieht der Bevölkerungszuwachs wieder leicht an. - Foto: © shutterstock

Nach dem Einsetzen der Wirtschaftskrise 2008 war eine Bevölkerungsabnahme zu beobachten. Letzthin zieht der Bevölkerungszuwachs aber wieder leicht an.

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Trentino-Südtirol zählt - neben Emilia-Romagna, Lombardei und Venetien - zu den einzigen Regionen Italiens, in denen die Bevölkerung immer noch zunimmt. Insgesamt verzeichnet der Stiefelstaat 2018, vor allem aufgrund des Geburtendefizits, einen Bevölkerungsrückgang von Minus 1,5 Personen je 1000 Einwohner. In Süditalien fällt zudem auch die Wanderungsbilanz negativ aus.

Wanderungssaldo in Südtirol und Norditalien am höchsten

Südtirols Wanderungssaldo (4,8 je 1000 Einwohner) ist mit jenen einiger norditalienischer Regionen einer der höchsten im gesamtstaatlichem Vergleich und liegt auch über jenem Nordtirols (4,2 je 1000 Einwohner).

Außerdem hat italienweit allein Südtirol immer noch ein natürliches Wachstum zu verzeichnen.

Zuwachs wegen Wanderungsgewinnen – Geburten rückläufig

Die Geburtenbilanz nimmt jedoch auch hierzulande schon seit Jahren stetig ab, sodass der Bevölkerungszuwachs nunmehr in einem weit höheren Maße von den Wanderungsgewinnen bestimmt wird.

Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung in der Landeshauptstadt: Aufgrund der Überalterung verzeichnet Bozen eine auffällig niedrige Geburtenrate und zugleich eine hohe Sterberate.

Das bedingt schon seit geraumer Zeit ein Geburtendefizit, weshalb der Bevölkerungszuwachs der Stadt nunmehr ausschließlich dem Migrationsüberschuss zuzuschreiben ist.

Der positive Wanderungssaldo ist auch in den anderen Bezirksgemeinschaften, außer im Vinschgau und im Wipptal, im Laufe der Jahre zum primären Wachstumsfaktor avanciert.

Natürliches Bevölkerungswachstum ist eingerostet

Der natürliche Bevölkerungszuwachs, der sich aus der Differenz von Geburten und Sterbefällen ergibt, ist schon seit Jahrzehnten abnehmend und stagniert auf niedrigem Niveau.

Im Laufe des vergangenen Jahres wurden 5284 Geburten in den Gemeinden Südtirols erfasst, etwas weniger als im Vorjahr: Das ist ein Minus von 1,3 Prozent. Mit 11,6 Geburten je 1000 Einwohner liegt die Bezirksgemeinschaft Eisacktal in Sachen Geburtenrate an erster Stelle.

 Die Landeshauptstadt Bozen, in der die Alterung am weitesten fortgeschritten ist, bildet das Schlusslicht mit 8,8 Geburten pro 1000 Einwohner.

Südtirol ist dicht besiedelt

Die Bevölkerungsdichte beträgt bei einer Fläche von 7400,43 Quadratkilometern 71,8 Einwohner pro Quadratkilometer.

In der Landeshauptstadt leben hingegen knapp über 2000 Menschen pro Quadratkilometer. Nach wie vor lebt mehr als die Hälfte – nämlich 56 Prozent – der Südtiroler in ländlichen Gebieten, das heißt in einer der 109 Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern.  Der Großteil dieser Gemeinden hat Dorfcharakter.

95 von 116 Gemeinden verzeichnen weniger als 5000 Einwohner, mehr als ein Viertel aller Gemeinden (31) gehört der Größenordnung 1000-2000 Einwohner an. Die Gemeinden Altrei, Kuens, Laurein, Proveis und Waidbruck zählen weniger als 500 Ansässige.

Mehr Frauen als Männer in Südtirol

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist weiblich: Die Zahl der in Südtirol ansässigen Frauen liegt um rund 6000 höher als jene der Männer. Anders ausgedrückt entfallen auf 100 Frauen 97,9 Männer.

Die meisten Ausländer haben europäische Wurzeln

Mittlerweile haben mehr als 50.500 Ausländer in einer Südtiroler Gemeinde ihren Wohnsitz. Das entspricht 9,5 Prozent der gesamten Wohnbevölkerung. Auch in dieser Bevölkerungsgruppe überwiegen die Frauen, der Großteil hat europäische Wurzeln und konzentriert sich auf städtische Gemeinden.

Zudem ist die hier ansässige ausländische Bevölkerung deutlich jünger als die inländische.

stol

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stol