Dienstag, 08. März 2016

„Wir wollten wissen, wie sich ein Mord anfühlt“

„Wir wollten jemanden töten, um zu sehen, wie es sich anfühlt, einen Menschen zu ermorden“: Mit dieser Begründung hat der Student Manuel Foffo vor den Staatsanwälten in Rom den Mord an seinem Freund Luca Varani gestanden.

Foto: © D

Der 23-Jährige wurde mit Hammerschlägen bei einer Alkohol- und Kokainparty getötet. Am Mord beteiligte sich auch Foffos Freund Marco Prato (30).

Das Opfer wurde zuerst gefoltert, mit Messerstichen verletzt und danach mit Hammerschlägen umgebracht. Der Mord spielte sich in der Wohnung Foffos im 10. Stock eines Gebäudes im Westen Roms ab.

Varani (23) – im Alter von 5 Jahren von einer wohlhabenden römischen Familie adoptiert – lag nackt in einem Schlafzimmer von Foffos Wohnung. Seine Leiche war mit Messerstichen übersät.

Die Polizei wurde von Foffos Vater alarmiert, dem der Student den Mord gestanden hatte. Foffos Komplize Prato, der wegen Drogen vorbestraft war, hatte sich in ein Hotel geflüchtet, wo er versuchte, sich mit Medikamenten umzubringen; ihm wurde der Magen ausgepumpt. Prato befindet sich jetzt in Haft. „Wir waren abends mit dem Auto unterwegs und hofften, jemanden zu treffen. Wir haben an Varani gedacht und haben ihn zu mir eingeladen, dort hat alles begonnen“, berichtete Foffo. Varani wurde am Freitag getötet, die Leiche wurde jedoch erst am Samstag gefunden. 

In Foffos Wohnung beschlagnahmten die Ermittler die Messer und den Hammer, mit dem Varani getötet worden war. Die Leiche wird jetzt einer Obduktion unterzogen, um die genaue Todesstunde festzustellen.

Die Staatsanwälte ermittelten, dass die beiden mutmaßlichen Mörder unter Drogeneinfluss gehandelt haben. Die Freundin des Opfers versicherte, dass Varani nicht drogenabhängig war. „Er ist mit den falschen Personen zu naiv gewesen“, meinte die junge Frau. 

Der Soziologe Franco Ferrarotti führt den Mord auf eine dramatische Konfusion zwischen Wahrheit und virtueller Realität zurück. „Drogenkonsum löst den Menschen von seinen Verantwortungen, man spürt nicht mehr den Unterschied zwischen Gut und Böse.

Der massive Gebrauch von Social Networks löscht außerdem immer mehr den Unterschied zwischen Wirklichkeit und Virtuellem“, sagte Ferrarotti.

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stol