Donnerstag, 26. Mai 2016

Wirbel um Saltuari: Sterzing kämpft für die Neuroreha

Im Streit zwischen Land, Sanitätsbetrieb und Leopold Saltuari schaltet sich nun die betroffene Gemeinde ein. Einstimmig hat der Sterzinger Gemeinderat am Mittwochabend eine Resolution verabschiedet. Die Wipptaler fordern den Erhalt der Neuroreha, der Geburtenstation - und endlich Sicherheit für ihr Spital.

Seit Jahren bangt das Wipptal um den vollständigen Erhalt des Sterzinger Krankenhauses (im Bild). Die Diskussionen rund um die Neuroreha hat zudem Staub aufgewirbelt.
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Seit Jahren bangt das Wipptal um den vollständigen Erhalt des Sterzinger Krankenhauses (im Bild). Die Diskussionen rund um die Neuroreha hat zudem Staub aufgewirbelt. - Foto: © STOL

Seit Jahren bangt das Wipptal um sein Krankenhaus: Zuerst galt die größte Sorge der Geburtenstation, nun könnte auch die Luft in der Neurorehabilitation des Spitals dünn werden – so zumindest die Befürchtung. Glaubt man Gerüchten, könnte die Abteilung nach Brixen umziehen. Bestätigt wird von Landesseite nichts. Dennoch sind Aufregung und Sorge in Sterzing groß.

5-Millionen-Euro teure Neuroreha 2013 eröffnet

2013 war die Abteilung Neurorehabilitation am Sterzinger Krankenhaus mit 15 Betten eröffnet worden. Laut Sterzinger Gemeinderat wurden hierfür über 5 Millionen Euro investiert. Die wissenschaftliche Leitung übernahm Leopold Saltuari, Primar der Abteilung für neurologische Akutnachbehandlung am Landeskrankenhaus Hochzirl. Er sollte die Abteilung zum sogenannten Kompetenzzentrum ausbauen und Forschung betreiben. Innerhalb kurzer Zeit sollte die Bettenanzahl auf 23 erhöht werden.

Doch bis heute wartet das Krankenhaus Sterzing vergeblich darauf. 

Saltuari: Endlich mehr Betten

Am Dienstag rief Professor Leopold Saltuari deshalb zu einer Pressekonferenz. Vor den Medienvertretern stellte er fest, dass „sich eine Abteilung mit nur 15 Betten ökonomisch und fachlich nicht trage“. Die Bettenanzahl müsse dringend auf 21 oder 23 erhöht werden. Zudem gelte es die Research-Tätigkeit – sprich: die Forschung – zu fördern. Und er selbst, Leopold Saltuari, brauche endlich einen Vertrag. Seit Jänner arbeite er in Sterzing „ohne Bezahlung, ohne Versicherung“ (Lesen Sie hier den kompletten Artikel samt Reaktionen von Sanitätsbetrieb und Land).

Im Video: Saltuaris Ultimatum: "Mehr Betten, sonst Kooperation beendet"

Gemeinde beobachtet Geschehen „mit äußerster Besorgnis“

„Dass sich Professor Saltuari genötigt sah, vor die Presse zu treten und auf seine Situation des abgelaufenen Vertrages hinzuweisen, erfüllt den Gemeinderat von Sterzing mit äußerster Besorgnis“, heißt es in einem Dokument, dass die Gemeinde Sterzing am Donnerstag den Medien zukommen ließ. Auch zu den etwaigen Überlegungen, die Neuroreha nach Brixen zu verlegen, habe man Saltuari nie kontaktiert.

Am Mittwochabend verabschiedete der Gemeinderat von Sterzing eine Resolution – einstimmig. Darin fordern die Vertreter, endlich für „Sicherheit in der Gesundheitspolitik des Landes und für den Erhalt des Krankenhauses, wie es derzeit besteht, zu sorgen“. Die Sterzinger verlangen damit ein klares Bekenntnis zur Neuroreha („ist zu einem hervorragenden Zentrum geworden“, heißt es in der Resolution des Gemeinderates) und, nicht zuletzt, zur Geburtenstation („Man wird bis Ende des Jahres die 500 Geburten überschreiten und braucht keine Ausnahmeregelung von Rom“).

stol

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