Mittwoch, 02. März 2016

Wo der Sanitätsbetrieb seine Schmutzwäsche wäscht

12 Tonnen an Schmutzwäsche fallen im Südtiroler Sanitätsbetrieb tagtäglich an. Um Bettwäsche, Kleidung & Co. künftig nicht etwa bis nach Vorarlberg oder Mailand zu karren, um sie zu säubern, geht in Pfatten eine Großwäscherei in Betrieb.

In wenigen Tagen beginnt der erste Waschgang, kurz davor stattete Generaldirektor Thomas Schael der Großwäscherei noch einen Besuch ab.
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In wenigen Tagen beginnt der erste Waschgang, kurz davor stattete Generaldirektor Thomas Schael der Großwäscherei noch einen Besuch ab. - Foto: © STOL

In wenigen Tagen ist es soweit: Nach umfangreichen Vorarbeiten wird in Pfatten der Probebetrieb aufgenommen. Nach und nach werden dort die täglich rund 12 Tonnen Dienstkleidung, Bettwäsche und alles, was sonst noch an Wäsche im Sanitätsbetrieb anfällt, gewaschen.

Bisher wurde u.a. in Vorarlberg und Mailand gewaschen

„Dies ist letztlich ein volkswirtschaftlicher Vorteil. Denn bis heute wurde die Wäsche des Gesundheitsbezirkes Bruneck bis nach Vorarlberg und die des Gesundheitsbezirkes Meran bis nach Mailand zum Waschen geliefert“, erläutert der Generaldirektor. 

Den Anfang machen die Gesundheitsbezirke Brixen und Bozen im heurigen Frühjahr, bis dato wurden diese von der Wäscherei in Bozen bedient. Ab Herbst dieses Jahres folgen die Bezirke Meran und Bruneck. „Die Umstellung wurde bewusst schrittweise gewählt, weil man so die Möglichkeit hat, erste Erfahrungen im neuen Gebäude mit neuen Maschinen und einem neuen Team zu sammeln“, erklärt Generaldirektor Schael.

Mit dem Bus zum Arbeitsplatz

Bei der Wäscherei handelt es sich um eine sog. „Public-Private-Partnership“. 51 Prozent der Anteile hält der Sanitätsbetrieb, der Rest liegt in den Händen der Firma Haas GmbH.

Das Mitarbeiterteam wird zum Großteil vom Sanitätsbetrieb gestellt und besteht vorwiegend aus den Mitarbeitern der Wäscherei in Bozen. 
Um den Personaltransfer zu erleichtern, werden die Arbeitszeiten an die öffentlichen Anbindungen angepasst und, einem Wunsch aller Mitarbeiter nachkommend, ein Bustransport eingerichtet. 
Dies wurde in Übereinstimmung mit den Gewerkschaften abgesprochen; ein eigenes Abkommen dazu wurde am 29. Februar unterzeichnet. Durch diese Lösung würden lokale Arbeitsplätze langfristig garantiert und eine Auslagerung des Dienstes ins Ausland vermieden, sodass das Steueraufkommen im Land bleibe.

Effizienzsteigerung durch Vereinheitlichung der Wäsche

Besonders aufwändig war es, die zum Teil unterschiedlichen Wäschestücke an Südtirols Krankenhäusern zu vereinheitlichen. Denn die Vorteile der Harmonisierung der Wäscheartikel seien gleich dreifach: Zum einen ein einheitliches Auftreten nach außen (betriebliches Erscheinungsbild), aber auch die Erkennbarkeit verschiedener Berufskategorien und nicht zuletzt der geringere logistische Aufwand (Beschaffung, Lagerung und Verteilung) und die einfachere Verwaltung der Wäscheartikel.

„Ein weiterer Fokus, mit dem sich die Arbeitsgruppen auseinandergesetzt haben, ist die Harmonisierung der internen Verteilung sowie die Verteilung zwischen der Wäscherei und den Standorten, mit dem Ziel, die sanitären Berufsbilder von verwaltungstechnischem und bürokratischem Aufwand zu befreien. Das bedeutet mehr Zeit für den Patienten“, so Schael.

Nach neuesten ökologischen Vorgaben waschen

„Mit der neuen Betriebswäscherei wird durch innovative Waschprozesse zudem die Qualität des Wäschereiverfahrens verbessert, denn es ist gelungen, den Reinigungsgrad bei schonenderer Wäschebehandlung zu erhöhen“, erklären die Gebrüder Haas. 

stol/ker

stol