Dienstag, 29. September 2015

Wo es hakt im Gesundheitsbezirk Meran

Rund 80 Prozent der Patienten, die die Notaufnahme der Krankenhäuser aufsuchen, würden zum Hausarzt gehören. Zudem würden zu viele Leistungen verschrieben. Womit der Gesundheitsbezirkes Meran noch zu kämpfen hat, kam auf einem Arbeitstreffen zwischen Bezirksdirektion und Bezirksgemeinschaften zur Sprache.

Martin Pfitscher, Dr. Frank Blumtritt, Dr. Roland Döcker, Dr.in Petra Weiss, Alois Kröll, Dr.in Irene Pechlaner, Dr. Dieter Pinggera, Dr. Gottfried Federspiel, Dr.in Karin Tschurtschenthaler, Konrad Raffeiner.
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Martin Pfitscher, Dr. Frank Blumtritt, Dr. Roland Döcker, Dr.in Petra Weiss, Alois Kröll, Dr.in Irene Pechlaner, Dr. Dieter Pinggera, Dr. Gottfried Federspiel, Dr.in Karin Tschurtschenthaler, Konrad Raffeiner.

Wie gesetzlich vorgesehen, fand am Montag das Treffen zwischen der Direktion des Gesundheitsbezirkes Meran und den Vertretern der beiden lokalen Bezirksgemeinschaften statt. 

Gesundheitsreform im Gange

Die anwesenden Gäste der Bezirksgemeinschaften nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, besonders wurde der Umbau des Bettentraktes im Krankenhaus Schlanders besprochen sowie der Ausbau der Notaufnahme und des Sprengels Meran für das Burggrafenamt. Das Team der Bezirksdirektion stand Rede und Antwort, betonte aber, dass man derzeit noch nicht sagen könne, wohin die Reise für die Grundversorgungs- und Bezirkskrankenhäuser, aber auch für das Territorium, gehe, denn die Reform ist zum jetzigen Zeitpunkt noch im Gange. 

Immer mehr Patienten in der Notaufnahme

Was schon präsentiert werden konnte, sind die Leistungsdaten des vergangenen Jahres. Während die Anzahl der ambulanten Zugänge in den Krankenhäusern Meran und Schlanders stabil geblieben ist (rund 170.000 KH Meran/40.000 KH Schlanders), zeigt sich bei den Zugängen in den Notaufnahmen beider Häuser ein Trend, der sich bereits in den letzten Jahren abzeichnete.

Jedes Jahr suchen mehr Patienten die Notaufnahme auf.

Bezirksdirektorin Irene Pechlaner: „Eine Analyse ergab, dass 70 bis 80 Prozent davon zum Hausarzt gehen könnten. Aber es ist verständlich, dass dies erst funktionieren kann, wenn ein ausreichend gut vernetztes Angebot an territorialer Versorgung da ist, z.B. Hausarztpraxen, die rund um die Uhr geöffnet sind und die oftmals einfache diagnostische Zusatzleistungen anbieten.“

Zu viele Leistungen verschieben

Ebenso eine starke Zunahme erfuhren die Labor- und Röntgenleistungen, wobei es sich zeigte, dass vor allem externe Zuweiser viele Leistungen verschreiben – „hier gilt es, mehr denn je auf die Angemessenheit durch Betreuungspfade hinzuarbeiten.“

Betten von älteren Menschen besetzt

Generell wurde betont, dass ein achtsames Bettenmanagement wichtig sei. Vielfach müsste man gerade ältere Menschen im Krankenhaus behalten, weil z.B. in Altersheimen oder Einrichtungen die Pflege schwierig sei – und diese Betten stünden anderen dann nicht zur Verfügung – „ein Problem, das man schon seit Jahren kennt, hier ist sicher Handlungsbedarf“, erklärte der koordinierende Pflegedienstleiter Frank Blumtritt.

Ein Ausbau der ambulanten Leistungen und der Eingriffe in tagesklinischer Form kann helfen, eine bessere Planung zwischen chirurgischen Eingriffen und zur Verfügung stehenden Betten zu ermöglichen: „Natürlich gilt das nicht für Dringliches, aber es sollte möglichst nicht vorkommen, dass z.B. jemand auf eine geplante Operation länger als notwendig warten muss, weil es organisatorisch nicht möglich ist, den Menschen früher aufzunehmen.“

Kosten für Krebsmedikamente steigen

Im Bereich der onkologischen Versorgung ist ebenfalls eine Steigerung zu verzeichnen – im Schnitt suchen 63 Personen den Dienst im Krankenhaus Meran täglich auf - , denn die hierfür verwendeten modernen Krebsmedikamente kosten. Erleichterungen wie z.B. Chemotherapeutika in Tablettenform sind praktisch und erfordern kein Pflegepersonal, kosten jedoch mehr als herkömmliche Medikamente. 

Überstunden abgebaut

Die Vorgaben der „Spending review“ im Bereich der Überstunden wurden eingehalten, diese wurden um rund 35 Prozent reduziert und werden nur mehr in Ausnahmefällen genehmigt.

Für nächstes Jahr sei geplant, im Krankenhaus Schlanders die Handchirurgie aufzubauen und als landesweites Kompetenzzentrum zu verorten. Auch im Labor wurden landesweite Tätigkeiten im Bereich der Allergologie und Autoimmunität übernommen.

stol

stol