Ulli Mair wollte nicht lang fackeln. Im April läuft das Mandat des Verwaltungsrates am Institut für den sozialen Wohnbau aus, gleichzeitig tritt Direktor Wilhelm Palfrader in den Ruhestand. Zeit also für einen Neustart ohne Verwaltungsrat und mit einem neuen Generaldirektor als direktem Bindeglied zwischen Politik und WOBI. <BR /><BR />Doch die italienischen Mehrheitspartner bocken. Zumal die Landesrätin der deutschen Sprachgruppe angehört, stellten die Italiener bisher den Präsidenten des Verwaltungsrats. Nach der Lega in der letzten Legislatur wäre jetzt Angelo Gennaccaros Civica an der Reihe, den Präsidenten zu stellen. Gestern hätten die Mehrheitsparteien bei einem informellen Treffen der Landesregierung inklusive Gennaccaro endlich entscheiden sollen.<BR /><BR />Gekommen ist es anders. Zwei Stunden wurde hinter verschlossenen Türen diskutiert. Danach absolutes Stillschweigen von allen Seiten. Nur so viel: „Wir haben uns darauf geeinigt, dass ich zeitnah eine Übersicht über die weiteren geplanten Maßnahmen vorlegen werde, um das WOBI moderner und leistungsfähiger zu machen“, so Mair. Darauf, so hört man, hätten vor allem die italienischen Partner gedrängt. Am Freitag kommender Woche soll die Fortsetzung in der Landesregierung erfolgen.<h3> Bürgermeister klagen über „unflexibles, bürokratisches und langsames“ WOBI</h3>Wie allerdings durchgesickert ist, scheint Mair auf Unterstützung in der SVP zu stoßen. Die Klagen der Bürgermeister über ein „unflexibles, bürokratisches und langsames“ WOBI, das mit seinen Sanierungen und Verbauungen nur im Schneckentempo weiterkommt, sind laut. Nun gilt es wohl, einen Gesamt-Reformplan zu schnüren, damit auch die italienischen Landesräte von „ihrem“ Verwaltungsrat ablassen können – ohne das Gesicht zu verlieren. <BR /><BR />Auffällig ruhig verhält sich der scheidende Verwaltungsrat. ASGB-Chef Tony Tschenett, der die Gewerkschaften vertritt und sonst nie davor zurückscheut, lautstark seine Position zu vertreten, möchte „derzeit nicht Stellung“ beziehen. Insider deuten dieses Schweigen als Zeichen, dass zumindest Teile der Gewerkschaften Mairs Plänen durchaus etwas abgewinnen können.