Aber von vorn: In der Sitzung der Landesregierung am Freitag hat Landesrätin Ulli Mair einen Beschlussantrag zur Abschaffung des WOBI-Verwaltungsrates vorgelegt. Dieser fand jedoch keine Mehrheit. Vor allem die italienischen Regierungsmitglieder waren klar gegen die Idee ihrer Kollegin. Mair zog ihr Vorhaben nach einer hitzigen Diskussion wieder zurück und nannte als Grund, dass „man mehrheitlich die Versorgungsposten aus rein parteipolitischen Gründen beibehalten will“ ( <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/wobi-mair-muss-weitere-reformplaene-bringen" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">wir haben berichtet)</a>. <h3>Landesrat Christian Bianchi ist erzürnt</h3>Reaktionen auf Mairs Aussagen ließen nicht lange auf sich warten. „Die Landesrätin wurde lediglich darum gebeten, zu erklären, wie sie die praktischen Fragen lösen will. Nun wartet man darauf, dies zu erfahren“, hielt Vizelandeshauptmann und Landesrat Marco Galateo den Ball vorerst flach. <BR /><BR />Ganz anders Landesrat Christian Bianchi, der fassungslos über Mairs Äußerungen ist. „Das zeigt, wie wenig Bewusstsein für die Rolle eines Verwaltungsrates, über die Befugnisse der Landesregierung und des Landtages bei Ernennungen innerhalb dieser Organisationen vorhanden ist. Diese Delegierten sollen die vorgegebenen Linien umsetzen und operative Ziele realisieren, die ohnehin von der Politik bestimmt werden – und es wird, wie so oft, alles auf eine rein ethnische Frage reduziert“, schreibt Bianchi deutlich erzürnt in einer Aussendung. <BR /><BR />Er schlägt daher vor, dass ein spezialisiertes Unternehmen beauftragt wird, welches das WOBI durchleuchtet und Ideen präsentiert, wie Organisation und Verwaltung in Zukunft ablaufen könnten. <h3> Landesrätin Ulli Mair wundert sich</h3>Laut Landesrätin Ulli Mair sei dies schon auf den Weg gebracht. „Was die interne Organisation des WOBI betrifft, wurde die Analyse der internen Prozesse und Verfahren von einer externen Beratungsgesellschaft durchgeführt. Das wurde am Freitag in der Präsentation auch klar und deutlich gesagt“, kontert sie und wundert sich. <BR /><BR />Der Verwaltungsrat wird jedoch nicht von der Beratungsgesellschaft bewertet, „weil es sich eindeutig um ein politisches Gremium handelt“, so Mair. „Es gibt eine gute Zusammenarbeit mit dem Verwaltungsrat, und um persönliche Befindlichkeiten geht es jetzt auch nicht, sondern vielmehr um mehr Effizienz und Transparenz innerhalb des Instituts für den sozialen Wohnbau“, stellt Mair klar. Anscheinend wolle Bianchi die laufende Diskussion zu einem ethnischen Thema machen, „mit den Fakten hat das aber nichts zu tun. Es kann künftig ja auch einen italienischen Generaldirektor geben“, meint Mair. <h3> Auch andernorts schon Verwaltungsräte abgeschafft</h3>Sie ist nach wie vor davon überzeugt, dass es den Verwaltungsrat als Gremium nicht mehr braucht. „Wir erachten es als zielführender, künftig als Organ den Generaldirektor mit Durchgriffsrecht zu haben. Kurze Wege, schnellere Entscheidungen“, sagt sie. <BR /><BR />Und dass Verwaltungsräte immer mal wieder abgeschafft werden, zeigen im Übrigen die zwei Institutionen Laimburg und Agentur für Bevölkerungsschutz. Auch dort war die Argumentation dieselbe: Durchgriffsrecht für den Generaldirektor.