Ressortdirektor Michael Mayr beruhigt: „Notfalls stemmen wir das auch aus Landesmitteln.“ Die Details erklärt er im Interview.<BR /><BR /><b>Bei der Umsetzung der wohnortnahen Gesundheitsversorgung hinkt Südtirol – laut Gimbe – hinterher. Noch keine einzige Struktur ist auch nur mit einem einzigen Dienst aktiv ...</b><BR /><BR />Michael Mayr: Weil für uns das System – etwa der Gemeinschaftshäuser – völlig neu ist. Andernorts hat es so etwas teilweise schon gegeben – und so können oft zumindest einzelne Dienste schon als aktiv gemeldet werden. Zudem ist der vom Ministerium ausgegebene Stichtag für die Umsetzung erst der 31. Mai, wir haben also noch Zeit. <BR /><BR /><BR /><b>Und Südtirol schafft es bis dahin von null auf hundert?</b><BR /><BR />Mayr: Auf 100 Prozent nicht, aber auf 50. Denn von den zwölf geplanten Gemeinschaftshäusern werden sicher sechs – Klausen, Innichen, Brixen, Naturns, Mals und eines in der Bozner Amba-Alagi-Straße – sowie zwei Gemeinschaftskrankenhäuser bis zu diesem Stichtag fertig sein. Ich würde sagen, damit liegen wir gut im Schnitt. <BR /><BR /><BR /><b>Der ursprüngliche Plan sah zehn Gemeinschaftshäuser vor, für die es über die PNRR-Schiene eine Mitfinanzierung geben sollte. Verliert Südtirol Mittel, wenn nun maximal sieben Häuser fertig werden?</b><BR /><BR />Mayr: Nein, wir konnten das bereits mit dem Ministerium klären. Die Geldmittel konnten so verschoben werden, dass sie für eben diese Häuser ausgezahlt werden, die rechtzeitig fertig werden. Die restlichen Strukturen zahlen wir aus Landesmitteln – und haben daher auch die Möglichkeit, sie bis zu einem späteren Zeitpunkt fertigzustellen. <BR /><BR /><BR /><b>Im Gimbe-Bericht heißt es, dass die Gemeinschaftsstrukturen, dort, wo sie fertiggestellt und betriebsbereit sind, dennoch „leere Schachteln“ bleiben, weil das notwendige medizinische Personal fehlt. Droht das auch in Südtirol?</b><BR /><BR />Mayr: Wir sind natürlich bemüht, diese Gebäude auch mit Personal zu füllen – und wir sind auf einem guten Weg. Wenn wir also sagen, die Häuser werden bis 31. Mai fertig, dann ist schon damit gemeint, dass sie aktiv werden. Wie gesagt, zunächst sechs oder auch sieben, dann sukzessive die restlichen. Nehmen wir beispielsweise die Struktur in Bozen. Es ist dies der ausgebaute Sprengel – und von daher die Fachärzte schon vor Ort. <BR /><BR /><BR /><b>Bei der Stiftung Gimbe ist man wenig zufrieden mit dem Tempo der Umsetzung im Stiefelstaat. Hat es Auswirkungen auf Südtirol, wenn andere Regionen das angestrebte Ziel schlussendlich nicht erreichen?</b><BR /><BR />Mayr: Die PNRR-Ziele zur wohnortnahen Gesundheitsversorgung sind gesamtstaatliche Ziele. Es spielt also durchaus eine Rolle, denn nur wenn Italien insgesamt rechtzeitig fertig wird, wird es die Geldmittel aus der EU auch dafür geben. Also: Es gibt entweder die EU-Gelder für ganz Italien – und damit auch unsere; oder es gibt kein Geld von der EU für dieses PNRR-Projekt. Darum ist das Ministerium auch sehr bemüht – etwa mit einem sehr genauen Monitoring, die Dinge weiter und fertig zu bringen. Die EU macht jedenfalls Druck – und eine Verlängerung der Frist scheint nicht in Sicht.<BR /><BR /><BR /><b>Und dann?</b><BR /><BR />Mayr: Werden wir das notfalls auch aus den Landesmitteln stemmen können. Die PNRR-Gelder machen bei uns nur ein Viertel der Investitionskosten aus, das ist machbar. Aber derzeit geht es für uns darum, unsere Hausaufgaben zu machen und unsere Projekte rechtzeitig abzuschließen. Und ich bin auch weiterhin zuversichtlich, dass Italien insgesamt es schafft. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1297932_image" /></div>