Samstag, 13. Juli 2019

„Wolf muss weg“: Die Wolf-Problematik im Überblick

Leidende und geschundene Tiere, entsetzte Bauern und Kleintierzüchter, eine Almwirtschaft vor dem Aus: Eine Beilage in der Samstag-Ausgabe des Tagblatts „Dolomiten“ veranschaulicht die Wolf-Problematik.

Eine gerissene Zwergziege im Brandtal (Vallarsa).
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Eine gerissene Zwergziege im Brandtal (Vallarsa). - Foto: © D

Mehr Wölfe, mehr Konflikte: Sorgen der Bauern, leidende und brutal getötete Tiere, eine ganze Berglandwirtschaft in der Krise. Die am Samstag dem Tagblatt „Dolomiten“ beigelegte Broschüre des Südtiroler Bauernbundes dokumentiert, was passiert, wenn der Wolf weiterhin in Südtirol sein Unwesen treiben kann. 

Geschundene Schafe, Ziegen, Pferde und Kälber, entsetzte Bauern und Kleintierzüchter: Die Bilder in der Broschüre sprechen eine deutliche Sprache. 

Unter anderem zeigen Fotos ein Kälbchen im Fassatal, das vor rund einem Jahr vom Wolf bei lebendigem Leib bis auf die Knochen angefressen wurde (Video siehe oben). 

Zäune halten Wölfe nicht ab

Auch „Dolomiten“-Chefredakteur Toni Ebner hat eine klare Meinung zur Wolf-Problematik und betont im Leitartikel: „Niemand will die Ausrottung des Wolfes. So wie jede andere Kreatur hat er seine Existenzberechtigung. Da der Wolf aber nicht vor der Ausrottung steht und es genügend Flächen auf der Welt und in Europa gibt, wo er seine Kreise ziehen kann, gibt es keinen Grund, den Wolf in dicht besiedelten Gebieten zu tolerieren.“

Der Wolf müsse weg aus Südtirol. Da Zäune die Wölfe nicht abhalten und Zäune zudem eine Todesfalle für Rehe, Hirsche und Gämsen sind, die Bewachung der Herden mit Hunden eine Gefahr für Wanderer darstelle und die Aufstallung der Tiere keinen Sinn mache, gebe es nur die eine Lösung und zwar die Entnahme der Wölfe. 

„Kein Habitat für den Wolf“

„In Südtirol und im umliegenden Alpenraum haben die Bauern jahrhundertelang der Natur und somit auch dem Wolf eine Kulturlandschaft abgerungen, in der der Wolf kein Habitat mehr haben kann. Wenn wir wollen, dass unsere kleinstrukturierte Landwirtschaft und vor allem unsere Almwirtschaft weiterbesteht, muss unsere Heimat wolfsfrei bleiben,“ fordert Chefredakteur Toni Ebner. 

Wenn die Almwirtschaft zusammenbreche, werde sich auch das Landschaftsbild grundlegend ändern. „Zugewachsene Almflächen und verlassene Almwirtschaften werden die Folge sein. Das will niemand,“ erklärt Ebner. 

Es brauche auch in der Politik mehr Mut. Rechtlich sei es nicht unmöglich. So ist Südtirol zum Beispiel auch wildschweinfrei und soll gemäß Landesgesetz wildschweinfrei bleiben. Da Wildschweine Schaden in der Kulturlandschaft anrichten, werden sie erlegt. Gleiches solle für den Wolf auch möglich sein. 

Erschreckende Bilder: Ein Auszug aus der Informations-Broschüre des Bauernbundes. 

„Berglandwirtschaft braucht unseren Schutz“

Auch Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner betont in der Informations-Broschüre zur Wolf-Problematik, dass das Raubtier aufgrund der unkontrollierten Ausbreitung in ganz Europa ein immer größeres Problem darstelle. 

„Es kann daher nur eine Lösung geben: Es muss die Möglichkeit geben, die Ausbreitung der Wolfspopulation zu regeln und wolfsfreie Gebiete zum Schutz der traditionellen Berglandwirtschaft einrichten zu können,“ betont Rinner. 

stol/D

Mehrere Artikel, Hintergründe zur Wolf-Problematik, Zahlen, Fakten und Bilder gibt es in einer 32-seitigen Informationsbroschüre, Beilage der Samstag-Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol