Ein paar Tage danach haben wir im Ort die Menschen befragt, wie sie die Situation einschätzen.<BR /><BR />Dabei fiel eines sofort auf: Die Leute waren recht redselig, wollten sich aber nicht ablichten lassen. „Ich möchte nicht in der Zeitung oder online abgebildet sein“, hörten wir bei unserer Runde durch den Ort mehrfach, und das ist zu respektieren. Dennoch war das Bild relativ eindeutig, und generell sind die Grödner (noch) nicht in Panik ausgebrochen.<BR /><BR />Thomas Wielander (im Bild unten) meint zum Beispiel: „Es wundert mich sehr, dass die Politik es nicht in der Hand hat, eine Entnahme zu veranlassen, wenn der Wolf zur Gefahr werden könnte. Hier müsste man sicher mehr Spielraum einräumen.“ Er selbst sei viel alleine unterwegs, auch auf der Alm und im Wald, meinte Wielander, und dabei sei es ihm schon seit den letzten Wolfssichtungen etwas mulmig. „Direkt habe ich keine Angst, wenn ich das Raubtier im Dorf sehen würde, aber ich weiß trotzdem nicht, wie ich reagiert hätte, wäre ich ihm irgendwo in einsamer Gegend begegnet“, sagt Thomas Wielander.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="824792_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Mehr die Leiden der Bauern stellt Willy Math in den Mittelpunkt: „Mir tun all jene Züchter leid, die Schafe oder Ziegen verloren haben, und ich kann gut verstehen, dass sie nach Maßnahmen rufen. Ich persönlich denke aber, dass man hier im Tale nichts zu befürchten hat, solange der Wolf einsam unterwegs ist. Erst ein Rudel könnte zur echten Gefahr werden.“<BR /><BR />Etwas sorgenvoller blicken einige Frauen drein, die bei ihren Einkäufen danach streben, nie alleine unterwegs zu sein. „Wenn wir in Begleitung sind, fühlen wir uns gegenseitig geschützt“, wird uns mitgeteilt.<BR /><BR />Zwei ehemalige Carabinieri aus dem Süden Italiens, Italo Troiola und Antonio Landolfo, berichten von einem Gespräch mit einem Tierkenner. „Meiner Meinung nach handelte es sich beim gesichteten Tier gar nicht um einen Wolf. Es war wohl eher ein streunender Hund, denn ein Wolf ist auch fester gebaut.“ Und Troiola fügt hinzu: „Ich komme aus den Abruzzen, von einer Bergregion. Da habe ich als Kind in kalten Wintertagen auch erlebt, wie Wolfsrudel in die Ortschaft eingefallen sind. Das war ganz etwas anderes. Damals wurden dann sehr oft Hühner angegriffen, gerissen.“ Dann ergänzt er: „Einzelne Wölfe sind wirklich sehr sehr selten.“ Landolfo seinerseits betont, es gäbe derzeit auch viele Füchse, die ihr Unwesen treiben.